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Meines Vaters Haus : ein Dokument / Artur Joseph
Entstehung
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daten. Da Flugzeuge bis dahin nur über geringen Aktions- radius verfügten und deshalb vornehmlich im Aufklärungs- dienst verwendet wurden, waren wir vor Fliegerbomben so gut wie sicher. Nur die deutschen Zeppeline warfen hin und wieder Bomben auf englische Festungen. Die Alliierten be- saßen diese Waffe nicht, so daß wir in Köln zu meiner Zeit ziemlich ungeschoren blieben. Ich schlief und in der Ka- serne, bis der Feldwebel eines Tages jeden gewünschten Ur- laub für das Abendessen bewilligte. Die Portionen in der Kaserne waren so klein geworden, daß man bestrebt war, die Zahl der Esser zu vermindern.

Fußmärsche kamen mir sehr gelegen. Wir marschierten zwar mit vollgepacktem Tornister, Gewehr und Säbel, schwärmten unterwegs in Schützenlinie aus und wühlten uns in den Dreck der Felder und Wiesen, doch ich betrachtete diese Exkursionen als Erkundungsausflüge in die nähere Umgebung Kölns, die ich nicht kannte und nun eben näher kennenlernte. Das schwere Gepäck hat mich kaum behindert- ich hatte mich in der Schweiz ans Rucksacktragen gewöhnt, und das hier war etwas Ähnliches. Daß es einmal blutiger Ernst werden könnte, daß ich für einen Kampf auf Leben und Tod vorbereitet werden sollte, daran habe ich damals kaum gedacht. Besonders dann nicht, wenn wir nach langem Marsch vor den Toren der Stadt von der Bataillonskapelle eingeholt wurden.«Wenn die Sol- daten durch die Stadt marschieren, öffnen die Mädchen die Fenster und die Türen» spielte die Musik. Dann flogen un- sere müden Beine wieder im gleichen Schritt und Tritt, und die Mädchen öffneten in der Tat Fenster und Türen. Und stolz, jeder Mann ein König, marschierten wir vorüber- mitten im Kriege in der Festungsstadt Köln.

Es hat nur noch eine geringe Zeit gedauert, bis die Flug- technik weit genug fortgeschritten war, um auch die Heimat- stadt mit Bomben heimzusuchen. Aber im ersten Weltkrieg beschränkte man sich im großen und ganzen noch auf mili- tärische Ziele.

Eines Tages fand dann unsere«Abschlußprüfung statt. Der Bataillonskommandeur und unser Hauptmann erschienen zu

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