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Meines Vaters Haus : ein Dokument / Artur Joseph
Entstehung
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Nun war ich also ein Musketier, und wenn ich heute an meinen Rekrutenkursus zurückdenke, ist mir, als hätte ich ihn während der Postkutschenzeit des modernen Krieges absol- viert. In den ersten beiden Wochen wurde uns in der Haupt- sache das vorschriftsmäßige Grüßen beigebracht, worauf man damals so großen Wert legte, daß den Soldaten, die von der Front kamen, bereits vor manchen Etappendörfern große Schil- der mit der Aufschrift:«Achtung! Gerader Mützensitz! Vor- schriftsmäßige Ehrenbezeigung!» entgegenleuchteten. Wir Re- kruten durften die Kasernen nicht verlassen, bevor wir nicht richtiges Grüßen und Gehen gelernt hatten. Jeder mußte ein- zeln an einem blutjungen Leutnant vorbeimarschieren, der kritisierte und dann entschied, ob man am nächsten Sonntag Urlaub bekam oder erst den Gruß nochmals üben mußte, damit man die Kompanie nicht vor fremden Offizieren bla- mierte. Später lernten wir auch das Abzählen, das geradeaus und nach jeder Seite Blicken, das Rechtsschwenkt und Links- schwenkt, allein und in Kadern, die an die Gefechtsaufstel- lung des Großen Kurfürsten erinnerten. Der Parademarsch nahm gleichfalls einen wichtigen Platz in unserem abwechs- lungsreichen Exerzier-Programm ein. Schließlich lernten wir, wie man sich in voller Ausrüstung fachgerecht in den Dreck wirft-«man weiß ja nie, wie man es im Leben gebrauchen kann», meinte der Unteroffizier. Ebenso übten wir uns im Nahkampf mit aufgepflanztem Bajonett, und damit nichts Ernstliches passierte, trugen wir einen Gesichts- und Körper- schutz. Auch die Gasmaske, die zu jener Zeit eingeführt wurde, mußten wir in einem mit Rauch gefüllten Raum an- und ausprobieren. Die Kompanie besaß nur wenige Exem- plare zum Üben und so habe ich durch das verschwitzte Ding, dessen Gläser sofort beschlugen und aus dem mir noch der Geruch aller Vormänner entgegenwehte, weder sehen noch atmen können.

Selbstverständlich wurde uns auch der Umgang mit der Waffe beigebracht, vorläufig allerdings nur theoretisch. Wir lernten vor allem, wie man das Gewehr hegt, pflegt und zer- legt. Mehrere Stunden der Tagesarbeit waren dem vorschrifts-

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