n“ ritt des schon von Anno 70 bekannten Generals Graf Häseler, der mit zwei oder drei Reitern eine französische Grenzfestung
ei angegriffen und die Feinde trotz Übermacht in die Flucht ge- EN schlagen habe. Gerüchte über zahllose Spione und Saboteure ek wucherten, und überall wurde man durch Plakate ermahnt, dit vorsichtig zu sein, um nicht dem Feind zu helfen. Ich hütete ie mich, zu erwähnen, daß ich aus der Schweiz komme, da alles Ausländische schon an sich verdächtig war. Eine Bekannte unsrer Familie, eine Dame, die englische Moden liebte und sportlich burschikos wirkte, geriet dadurch in arge Bedrängnis: Die ein Mann verfolgte sie, riß ihr den Hut vom Kopf und zerrte ätte, sie an den Haaren, weil er glaubte, sie sei ein verkleideter - Spion. Sie hatte das Glück, von einem zufällig des Wegs kommenden Kriminalbeamten, der sie kannte, befreit zu ı be werden. Pr Die Zeitungen hatten sich ganz auf die gleiche Tonart ein- gestellt. Viele begrüßten den Krieg als die Erlösung von dem Zug Damokles-Schwert, das infolge der fortwährenden Drohun- une, gen der Entente seit langen Jahren über dem deutschen Volk ne geschwebt habe. Ein Blatt zitierte, um seinem Leitartikel die niten Schlagzeile zu geben, den alten Vers<Hurrah, Germania! ind) Hermann Sudermann, von der gesamten Presse gefeiert, war jeder Verfasser eines der ersten Kriegsgedichte, dessen letzter Vers ten lautete:«Was wir waren, sank in Trümmer— ewig bleibe, tatio- was wir sind!» Er war nicht der einzige, es waren viele, die es ZU in diesen Tagen der nationalen Hochflut dabei sein wollten te ich und den Krieg verherrlichten, den sie später verabscheuen h der lernten. Rrieg Ich war damals sehr jung, siebzehn Jahre alt, und ich er- alles innere mich noch heute, wie fassungslos ich all dem gegen-
überstand, und wie es mich trotzdem überwältigte. Ich kam aus dem Ausland und hatte soeben noch das«Journal de Ge- neve» und die deutsch-schweizerischen Zeitungen gelesen und war mit ganz anderen Vorstellungen vom Krieg nach Deutsch- land gekommen. Drüben, auf der anderen Seite und im neu- tralen Ausland, gab es keinen Jubel. Hier sah der Krieg ganz anders aus. Aber hatte nicht der französische Lehrer, unser
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