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Meines Vaters Haus : ein Dokument / Artur Joseph
Entstehung
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über manche Schwierigkeiten hinweggeholfen. Es war jedoch zu spät. Ich empfand die Schule als Last, und das tägliche Abgehörtwerden war mir unerträglich. Begriffe wie«die schöne Schulzeit, die sorgenlose», kenne ich nur vom Hörensagen, und mit Erstaunen habe ich später von meinen Kindern er- fahren, daß die Verurteilung, einen Tag lang nicht in die Schule zu kommen, heute oft als Bestrafung gilt. Wie hätte ich mich über eine solche«Strafe» gefreut...

Gleichwohl, ich bedaure es heute noch, die Reifeprüfung nicht abgelegt zu haben, wenn ich auch das Papier, das zur Erlangung akademischer Grade berechtigt, nie vermißt habe. Gerade die drei obersten Gymnasialklassen vermitteln ein Wissen, das ich nach dem Abgang von der Schule entbehrte. Lange Zeit war ich in so manchen Erkenntniszusammen- hängen gehemmt, deren ein einigermaßen Gebildeter nun einmal nicht entraten kann. Ich glaube zwar, seither etliche Lücken durch Lektüre, Privat- und Hochschul-Kurse ausgefüllt zu haben, betrachte jedoch meinen frühen Schritt ins prak- tische Leben als Fehler.

Natürlich nahm der Vater mich nicht sogleich als Teilhaber auf. Sein Plan war, mich zunächst bei anderen großen Firmen in die Lehre gehen zu lassen, und zur Vorbereitung darauf sandte er mich vorderhand auf eine Höhere Handelsschule nach Genf, wo ich auch mein Französisch vervollkommnen sollte.

Gern war ich dort, in einem ungebundenen, freien Schul- leben. Das Institut, ein Internat, in dem ich auch wohnte, lag außerhalb der Stadt auf einer Höhe. Vom Fenster meines Zimmers sah ich über Genf und den See hinweg auf das ferne, schneebedeckte Massiv des Montblanc, vor dem Haus selbst erstreckte sich ein weiter, grüner Park mit Beeten und Zier- gewächsen, von denen zu jeder Zeit eine Sorte blühte. Eigent- lich zum erstenmal in meinem Leben verbrachte ich längere Zeit in ländlicher Umgebung. Bis dahin hatte ich mit Aus- nahme der Ferienwochen, die wir in steinkastenartigen Ho-

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