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ich nach meinem Plädoyer heimwärts ging, überlegte ich, was mir eigentlich den Mut zu meiner kleinen Ansprache gegeben hatte. Ich fand, daß ich meine Sicherheit dem Ge- schäft verdankte.
Diese Neigung und Verbundenheit waren es im Grund, die mir eine mit dem Abitur abschließende Gymnasialbildung nicht allzu wesentlich erscheinen und mich mit dem«Ein- jährigen» begnügen ließen, und ohnehin bin ich nicht allzu gern zur Schule gegangen. Ich lernte weder schwer noch un- gern- im Gegenteil: der Stoff an sich interessierte mich, wenn auch die deutsche und die fremden Sprachen, die Ge- schichte der Literatur und dazu Chemie mich mehr fessel- ten als Mathematik. Es war allein die übliche Atmosphäre eines vom Zwang bestimmten Schulgeistes, die mich abstieß. Der Schüler stand zum Lehrer in einer Art von Untertanen- verhältnis. Daß dennoch der Vater für sein Teil den dama- ligen Zustand für menschlich hielt, wunderte mich nicht weiter, denn er erinnerte sich noch einer Zeit, in der in seiner Heimat im Odenwald die Lehrer eine grüne Uniform und einen kurzen Säbel trugen. Und ganz so militärisch ging es bei uns nicht mehr zu, aber Schüler-Ausschüsse und Selbst- verwaltung wiederum gab es auch nicht, da man es wohl für unbekömmlich hielt, wenn«junge Menschen zu früh selb- ständig, wurden.
Die Lehrer saßen sehr würdevoll vor der schwarzen Tafel an erhöhtem Pult; und von dort, vom Katheder her, kam die Weisheit, nicht selten in einer Form, die wie ein Befehl klang. Eine unüberbrückbare Kluft zwischen Lehrer und Klasse ließ keinerlei Gemeinschaft zu. Und machte der Magister, sonst todernst, einen Scherz, so war das für uns Jungen ein Ereig- nis, das wir in strammer Haltung wie etwas Unstatthaftes über uns ergehen ließen. Der Vormittag war stets voll Pein, weil der Unterricht mit dem Abhören der aufgegebenen Lek- tionen begann, und fast den ganzen Nachmittag verbrachte ich mit den neuen Aufgaben, so daß ich des Abends abge- kämpft ins Bett fiel. Für die Turnspiele, die zweimal im Mo- nat veranstaltet wurden und wohl etwas mehr Freiheit boten,
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