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Meines Vaters Haus : ein Dokument / Artur Joseph
Entstehung
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Besonders gedachte ich der väterlichen Mahnung, wenn ich mit Akademikern- älteren und jüngeren Semesters- über den Beruf des Einzelhändlers diskutierte, den viele nicht als gleichberechtigt anerkennen wollten. Ein Arzt erklärte mir einmal, er wünsche sich als Schwiegersohn jemand anderes als einen Kluftenhändler, der jeder Klosettfrau nachlaufen müsse, um ihr einen Firlefanz anzuhängen. Ich hielt ihm entgegen, daß dieses Gewerbe von ehrenwerten Damen aus- geübt werde, die an einigen Orten sogar in städtischen Dien- sten stehen, daß aber auch der Akademiker nicht selten in die Lage komme, den Mitgliedern dieser Zunft liebenswürdig entgegenzutreten, zum Beispiel, wenn sie als Patientinnen den Arzt aufsuchen. Dann behandle er die Waschraumbesor- gerin doch hoffentlich ebenso honorig wie den berühmten Universitätsprofessor.

Darauf ging ich zu einem kurzen Vortrag über die Leitung eines Detailgeschäfts über; sie sei gleichfalls mit geistiger Arbeit verbunden. Er irre, wenn er glaube, den modernen Einzelhändler mit dem einstigen Kleinkrämer vergleichen zu dürfen. Die Methoden der Marktanalyse und-prognose, ohne die heutzutag ein Geschäft bestimmten Umfangs nicht mehr auskomme, seien eine Wissenschaft, die gründlich erworben und durch fortwährende Studien von Büchern und Zeitschrif- ten gepflegt und erweitert werden müsse; nur so sei es mög- lich, das sehr komplizierte Einkaufswesen systematisch und rationell zu bewältigen. Und dabei sei etwas Fingerspitzen- gefühl ebenso unentbehrlich wie bei der ärztlichen Diagno- stik, die in gewissen Fällen auch nicht ein Quantum speku- lativen Vorstellungsvermögens entbehren könne.

Der Arzt war wenig informiert, ich glaube aber, daß meine Worte ihm Eindruck gemacht haben. Es hat mich sehr be- lustigt, daß sich wenig später eine seiner Töchter mit einem Kaufmann verloben wollte. Der war zum Glück nicht auf den Mund gefallen. Als der Arzt den jungen Bewerber mit den Worten:«Sie wollen also mein Schwiegersohn werden!» emp- fing, soll er geantwortet haben:«Wenn ich Ihre Tochter hei- raten sollte, wird sich das leider nicht vermeiden lassen.» Als

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