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werde.«Für den Fall, daß du dich entscheidest, Kaufmann zu werden, will ich alles daransetzen, dir eine gründliche Aus- bildung zu verschaffen. Ich fühle mich aber verpflichtet, fol- gendes zu betonen: Wie du weißt, führe ich vier Schuh- geschäfte. Sie gehören ihrem Aufbau und ihrem Umsatz nach zu den bedeutendsten in Deutschland. Ich verkaufe nur sorg- sam ausgewählte Modeschuhe erster Qualität aus Europa und Amerika. Mein Unternehmen leite ich nach soliden Grund- sätzen— mit eigenem Kapital, ohne Bankkredite. Aber in den Augen unserer Mitbürger ist das keine noble Beschäftigung. Betrachte ich mich doch nicht nur als Kaufmann, der es nicht verabscheut, Geld zu verdienen und nutzbringend anzulegen, sondern ich beschäftige mich obendrein mit den Füßen an- derer Leute und das auch noch als Einzelhändler. Unseren Mitbürgern scheint das nichts Feines, und wenn du einen vor- nehmen Beruf ausüben willst, mußt du Akademiker werden. Als Arzt oder Rechtsanwalt bist du ohne weiteres salonfähig. Für einen Schuhhändler ist das so eine Sache. Wenn du aber Freude daran hast, einer großen Organisation vorzustehen, die dir interessante Aufgaben stellen und dich obendrein in die Lage versetzen wird, deinen Neigungen nachzugehen, dann ist im Geschäft der rechte Platz für dich.»
Ich habe diesen Platz gewählt und es nie bereut, aber auch nie die väterlichen Worte vergessen, um so weniger, als später einmal ein von mir sehr bewunderter Warenhausbesitzer mir erzählte, wie schwer es ihm nach der Errichtung seines ersten Kaufhauses geworden sei, Eingang in die«bessere» Gesell- schaft zu finden. Sein Unternehmen, das nur reguläre Waren in kaufmännisch einwandfreier Weise anbot, unterschied sich von den übrigen durch nichts anderes als dadurch, daß es auf Grund vorteilhafter Kalkulation und großzügigen Einkaufs billiger sein konnte als jene Geschäfte, die solche Initiativen nicht aufbrachten. Trotzdem wurde er«der Preise wegen» als «Ramscher, betrachtet. Als Grossist, meinte er, hätte er so- gleich zu den«Herren» gehört. Aber wer wollte mit einem Einzelhändler verkehren, der sich mit«Fünfundneunzig-Pfen- nig-Tagen» an die breite Masse wandte!
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