Literatur aufzugliedern und jede Gruppe bzw. jedes Buch, soweit dies aus Raummangel möglich ist, mit einem kurzen Hinweis versehen. Dabei sei gleich vorweg betont, daß ein Teil, besonders der Auslandsliteratur, uns selber nur dem Namen nach bekannt wurde— wie könnte es unter der geistigen Ab- schnürung, an der wir alle leiden, anders sein—, so daß eine Würdigung unterbleiben mußte.
Ebenso wie eine Kernbibliothek für die Überlebenden der Widerstands- bewegung von unschätzbarem Wert wäre, wäre eine Aufstellung zu be- grüßen, die lediglich die Bücher, die für die Erzieher wie auch jene, die für die Richter erforderlich wären, zusammenstellte. So verlockend diese Aufgabe erscheint,'so unvollständig, schemenhaft und. wechselfarbig müßte doch ihre Lösung sein, hat es doch bisher niemand unternommen, eigens für diesen be- sonderen Zweck zu schreiben. Vielmehr ist in manchen Büchern bald über dieses, bald über jenes Thema etwas enthalten. Wir werden jene, die wir für besonders auswertbar halten, mit einem Zeichen{R für Richter, E für Erzieher) versehen. Aufgabe der Lehrer wäre es dann, diese Bücher systematisch päda- gogisch zu durchleuchten, zu prüfen, welche Stellen daraus Eingang in die Lehrbücher finden könnten(und müßten!) und welche Bücher als Ganz- schrifien, für die Kinder ab 10—11 Jahre etwa, Verwendung finden könnten. Sie würden damit einen wertvollen Beitrag zur Erziehung einer Jugend leisten, die wie kaum eine andere berufen ist, ihr Lebensziel ausschließlich in der Erkämpfung des Friedens zu sehen
Hamburg, im Mai 1948 Franz Ahrens


