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Dokumente zum Abwehrkampf der deutschen evangelischen Pfarrerschaft gegen Verfolgung und Bedrückung : 1933 - 1945 / Reichsbund der Deutschen Evang. Pfarrervereine e.V. ; Für den Verband der Deutschen Evang. Pfarrervereine e.V. verantwortlich herausgegeben von seinem Vorsitzenden Kirchenrat Fritz Klingler
Entstehung
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_ halten. Unsere Soldaten sollten etwas davon spüren, daß wir zusammengehören, die draußen an der Front und wir daheim; und wir glaubten, mit diesem Bewußtsein brüderlicher Gemein- schaft unserem deutschen Volk und unserer evangelischen Kirche in rechter Weise zu dienen.

3. Der evangelische Pfarrerstand sucht aber nicht nur die Ver- bindung mit den Frontsoldaten herzustellen, er steht vielfach auch selber als Kämpfer an der Front. Wohl wurde uns in der Versammlung in Berlin von Herrn Ministerialdirektor erklärt: Wir verlangen gar nicht, daß die Geistlichen mit der Waffe in der Hand draußen kämpfen. Aber wir verlangen, daß sie die großen, geschichtlichen Ziele unseres Volkes anerkennen. Als ınan in den S0er Jahren des vorigen Jahrhunderts im Deutschen Reichstag den Antrag auf Befreiung der Theologen von der Wehrpflicht einbrachte und auch durchsetzte, haben damals die evangelischen Theologen erklärt, daß sie keinen Gebrauch da- von machen würden. 2300 evangelische Theologen sind im Welt- krieg gefallen; dazu kommen noch 30 baltische Pfarrer, die Märtyrer ihres Glaubens und Deutschtums geworden sind. Von seinen Söhnen hat das evangelische Pfarrhaus im Weltkrieg 4152 verloren und zwar 565mal je 2 Brüder, 84mal je 3 Brüder, 5mal je 4 Brüder. Auch in diesem Krieg ist z. Z. der vierte Teil aller ordinierten Pfarrer als Offizier, Soldat und Kriegspfarrer im Heeresdienst. Schon am 1. April 1940 waren von 16644 ordi- nierten Geistlichen 4029 eingezogen. Nicht eingerechnet sind die jungen Geistlichen, die noch nicht ordiniert sind.

Herr Ministerialdirektor!

Hat die deutsche evangelische Pfarrerschaft damit nicht durch die Tat bewiesen, daß sie zu jedem Einsatz und Opfer für Volk und Vaterland bereit ist? ü

Es ist jetzt 2 Jahre her, da schrieb einer der großen Generäle dieses Krieges, dessen Name wiederholt ehrend genannt wurde, unserem Pfarrhausarchiv in Wittenberg eigenhändig:

Kirche und Wehrstand waren stets die festesten Stützen des Staates. Diese Aufgabe fortzuführen ist heilige Pflicht. Ich bin dankbar und stolz, einem deutschen Pfarrhaus zu entstammen. Aus ihm schöpfte ich die Kraft, die mich meinen Platz im Leben erfüllen ließ. Der Geist, der aus diesen Worten spricht, ist heute in der deutschen evangelischen Pfarrerschaft als geschlossene Kraft lebendig und es ist uns das dringendste Anliegen unseres Lebens, daß uns von Seiten des Staates das Recht und die Möglichkeit ge- geben wird, in diesem Geist an unserem Platz unserem deutschen

Volk dienen zu dürfen. gez. Klingler.

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