ANHANG(zu Kapitel 2)
Wie ernst man die Angelegenheit der Weihnachtsschützen in Partei- kreisen nahm, beweist ein Schreiben des Reichsleiters Martin Bor- mann an den Gauleiter Paul Giesler, aus dem des weiteren hervor- geht, daß wir ohne unser Wissen schon jahrelang.bespitzelt wurden. Da dieses Schreiben von allgemeinerem Interesse ist, bringe ich es hier zur Veröffentlichung.
Verwaltung Obersalzberg Führerhauptquartier, 13. 10. 42 Reichsleiter Martin Bormann Bo/Ad Herrn
Gauleiter Paul Giesler München
Prannerstr. Persönlich!
Lieber Parteigenosse Giesler!
In der Anlage übermittle ich Ihnen das Buch über das Berchtesgade- ner Weihnachtsschießen, das ich nebst seinen Anlagen gestern vom Berchtesgadener Kreisleiter erhielt. Unsere einsichtigen Berchtesgade- ner Parteigenossen ärgern sich, wie mir bekannt ist, schon seit Jahren darüber, daß der ganze Weihnachtsschützenbetrieb von der katholi- ‚schen Kirche aufgezogen und zur. Verschönerung ihrer kirchlichen Feiern durchgeführt wird.
Eine Änderung darf natürlich von außen her nicht erfolgen; sie gäbe, zumal während des Krieges, nur Unruhe. Meines Erachtens müßte der »Kreisleiter, der selbstverständlich gar nicht in Erscheinung treten dürfte, dafür sorgen, daß ein neuer Weihnachtsschützenverein auf der Grundlage des volklichen Brauchtums gegründet wird; diesen Verein müßte ein geschickter Mann führen, den wir nach Kräften unterstützen
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