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HÜNETES’ KAPITEL\
Herr Oberwachtmeister K. vom zweiten Stock nimmt mich unter seine Fittiche. Ich muß mich ganz ausziehen, meine Kleider werden nach verbotenen Gegenständen untersucht, Messer, Uhr, Wertsachen usw. abgegeben; dann darf ich mich wieder ankleiden und werde auf die Zelle gebracht. Herr K. zeigt sich von seiner gemütlichsten Seite, die er mir gegenüber ständig an den Tag gelegt hat. Er fragt mich, wieso ich da hereinkomme, ich sähe doch gar nicht so aus, als würde ich in dieses Haus passen. Ich erzähle ihm kurz meinen Fall. Er ist empört. „Na, so eine Gemeinheit! Hoffentlich kommen’s bald wieder heraus! Eine schöne Zelle werde ich Ihnen schon zuweisen.“ Ich bin richtig glücklich über diesen menschlichen Ton und denke mir:„‚Na, da kannst Du es schon aushalten!“ Dann geht’s hinauf in den zweiten Stock. Ich erhalte eine verhältnismäßig geräumige Einzelzelle.„Allein haben Sie’s doch’schöner als in Gemeinschaft“, meint Herr K. und ich stimme ihm darin völlig bei. Hierauf bringt er mir die Betibezüge, das Putz- zeug für den Parkettboden, wobei er bemerkt, die Sauberkeit sei sein Steckenpferd, und wenn der Boden immer schön glänze, würden wir uns schon gut vertragen. Vor mir habe ein holländischer Professor die Zelle bewohnt. Da habe alles förmlich gespiegelt! Ich frage ihn natür- lich gleich, was denn mit meinem Vorgänger geschehen sei. K. sagt in aller Gemütsruhe:„‚das war auch ein politischer, der ist zum Tod ver- urteilt worden. Aber regens Ihnen nicht auf, später haben’s ihn zu zwei- Jahren Festung begnadigt.“
Während K. noch spricht, kommt ein älterer und noch gemütlicher aussehender Wachtmeister herein, der erste Haupt-Wachtmeister H., der später ein guter Freund von mir wurde; er hat einen grauen auf-
gezwirbelten Schnurbart, der ihm ein martialisches Aussehen verleihen
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