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Im Zeichen des Ungeistes / Rudolf Kriss
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VIERTES KAPTTEI

Das fünfte Kriegsweihnachten war eben vorüber! Den Heiligen Abend hatte ich still und friedlict und zum erstenmal ganz allein auf der Koppenleiten verbracht. Am Weihnachtstag schrieb ich in einem Zug eine kleine Novelle nieder, deren Stoff mich schon längst beschäftigt hatte. Auch dieser Tag verging ruhig und gleichmäßig, ohne sichtbare Bewegung und eine wohlig entspannte Stimmung bemächtigte sich meiner, wie ich sie schon lange nicht mehr verspürt hatte. Die ver- gangenen Monate waren schwer und verhangen vorübergeschlichen, von dunklen Ahnungen belastet.

Vom Ausbruch des Krieges an, den ich klar hatte kommen sehen, hatte sich meiner eine immer drückendere Gemütsverfassung bemäch- tigt, die sich steigerte, als man seit dem Winter 1942 sicher wußte, daß der Eintritt der furchtbarsten Niederlage nur mehr eine Frage der Zeit sein werde und die Gewissenlosigkeit der verantwortlichen Führer immer deutlicher in Erscheinung trat. Das sinnlose Blutvergießen he- unruhigte mich umso mehr, als ich selbst durch meine Herausgehoben- heit aus dem unmittelbaren Kriegsgeschehen mich auf der einen Seite bevorzugt sah, ohne jedoch auf der anderen Seite ein persönliches Dabeisein, das ja für die anderen die Lage doch nicht verbessert hätte, wünschen zu können. Auch glaubte ich mich für eine andere Aufgabe bestimmt, die ich aber nicht deutlich vor mir sah. So blieb, wie ich es auch drehen und wenden wollte, immer ein unbefriedigender Rest zurück. Abgesehen davon, bemächtigte sich meiner mehr und mehr das Gefühl, einem dunklen Abgrund auch als ganz persönlichem Schick- sal zuzutreiben.

Im Herbst 1943 nahm ich von allem, was mir lieb gewesen, bewußt

Abschied. Der Oktober war zauberhaft schön, die Sonne erwärmte die