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Die Gitterharfe : Gedichte 1933 - 1945 / Hans Lorbeer
Entstehung
Seite
106
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ELÜCIHTLBNGEH

In langen Ketten ziehen die Wagen durch das Land, Menschen vor Menschen fliehen bis an des Lebens Rand. Die Pferde straucheln müde, die Wagen knarren schwer, armselig Gottbehüte liegt droben kreuz und quer.

Die Frauen sind versunken in Leid und Bitternis:

ein Sturm von Rauch und Funken sprang auf und er zerriß ihr ahnungsloses Walten in Haus und Hof und Feld.

Die Männer sind die alten Verspieler dieser Welt.

Sie haben ihren Kindern den Weg ins Nichts gebahnt,

mit faulem Hirn und Hintern durch Tag und Tag getrant, bis sie das Ungewitter von Herd und Feld vertrieb

und jäh zu Staub und Splitter den dummen Traum zerhieb.

Die Kinder sind die Erben. Da sitzen sie im Stroh

und ihre Herzen sterben am Ende irgendwo,

wenn nicht das große Feuer des Friedens sie erhellt und jäh das Ungeheuer Krieg an der Vernunft zerschelit.