Als der braune Dunst des Macıtwahns begann, sih wie erstickender Nebel über Deuishland zu senken, ver- stummte das Lied der Freiheit, der Gerechtigkeit und Menschenwürde. Seine Künder wurden außer Landes gejagt, eingekerkert, erscilagen. Seine Melodie wurde zum Flüstern und klang unhör- bar fort in den Köpien derer, die um seinetwillen gefoltert wurden, gelangen waren, hinter Gittern saßen. Einer von ihnen war Hans Lorbeer. Zwishen ihm und der Welt draußen, die furchtbar geworden war, in der aber immer nodı Bäume in Wäldern zuhaui standen, Ströme blinkten, Wiesen dufteten und Lerhen in den Tag stiegen, standen nun harte Stäbe aus Stahl. Sie bestimm- ten sein Leben, wie sie Sonnen- und Mondlicht zerschnitten, das in sein klei- nes Fensterviereck fiel. In dichterisch- bittrer Wehmut nannte er diese Stäbe „Gitterharie”’. Die Verse, die sein Herz
- hinter der Gitterharfe sang, sind nicht
von traurigen Mollakkorden bestimmt, sondern stark schwingt sich durdı seine Gedichte die helle Dur eines starken Menschseins, eines Kämpiers, der die schöne schlechte Erde liebt wie ihre Menschen. Die Zeit hinter der Gitterharie machte ihn nicht kleiner, sondern stär- ker und reifer. Seine dichterishe Aus- sage ist klar und volltönend und heißt uns durdı die Kraft ihrer Einfachheit mit- gehen mit dem Menschen Hans Lorbeer.


