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Die Gitterharfe : Gedichte 1933 - 1945 / Hans Lorbeer
Entstehung
Seite
96
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BEN. G OrERT

Ich stehe nicht bei denen, die beklommen

vor Bildern knien, die sie dir geweiht.

Ich habe deinen Namen oft vernommen

und bin, dich anzubeten, dennoch nicht bereit. Ich folge auch nicht jenen, die verklärt

dich über Wolkenbergen thronen sehen;

Zorn habe ich in meiner Brust genährt

auf alle, die wie Heilige umgehen.

Ja, ich verachte sie, die immerfort

nur von dir reden, um sich selbst zu schmeicheln, die frech und schamlosihres Gottes Wort

wie einen Bissen kauen und durchspeicheln.

Und jene erst, die hundert Bübereien

und Niederträchtigkeiten frisch begehen

im feilen Troste: Gott wird schon verzeihen; bei ihnen will ich nie und nimmer stehen!

So, wie ich Falschheit, Heuchelei verachte, packt Abscheu mich vor krankhaft schwachem Geist. MeinGott ist nicht, daß man ihm Opfer schlachte, die man aus erdenfroher Herde reißt.

Der starke Glaube nur erfüllt mein Herz,

daß gut es ist, zu säen und zu ernten!

All meine Taten richt ich erdenwärts

und nur mein Träumen gilt dem Erdentfernten.