BEN. G OrERT
Ich stehe nicht bei denen, die beklommen
vor Bildern knien, die sie dir geweiht.
Ich habe deinen Namen oft vernommen
und bin, dich anzubeten, dennoch nicht bereit. Ich folge auch nicht jenen, die verklärt
dich über Wolkenbergen thronen sehen;
Zorn habe ich in meiner Brust genährt
auf alle, die wie Heilige umgehen.
Ja, ich verachte sie, die immerfort
nur von dir reden, um sich selbst zu schmeicheln, die frech und schamlos„ihres Gottes‘‘ Wort
wie einen Bissen kauen und durchspeicheln.
‘Und jene erst, die hundert Bübereien
und Niederträchtigkeiten frisch begehen
im feilen Troste: Gott wird schon verzeihen—; bei ihnen will ich nie und nimmer stehen!
So, wie ich Falschheit, Heuchelei verachte, packt Abscheu mich vor krankhaft schwachem Geist. Mein„Gott‘ ist nicht, daß man ihm Opfer schlachte, die man aus erdenfroher Herde reißt.
Der starke Glaube nur erfüllt mein Herz,
daß gut es ist, zu säen und zu ernten!
All meine Taten richt’ ich erdenwärts
— und nur mein Träumen gilt dem Erdentfernten.


