RIES SOMMERLIED
Die Gärten und die Wälder stehn in sattem Grün und sind so schön als wie die Vogellieder. Lichtwolken segeln durch die Welt, die Wiesen neigen saftgeschwellt zum Strome sich hernieder.
Der Storch schwebt durch den grünen Grund, am Ufer bellt des Bauern Hund,
der Knecht sitzt auf dem Pfluge.
Auf sanften Hügeln reift das Korn,
die Jungmagd steht am kühlen Born
und trinkt aus irdnem Kruge.
Der Falke streicht um Berg und Baum, die Krähe schreit am Koppelsaum,
zur Tränke ziehn die Pferde;
ihr Pfad führt durch den Eichenhain, dort sprudelt über Moos und Stein der kühle Saft der Erde.
Die Kühe malmen Gras und Klee,
ein Entenpaar durchfurcht den See, Wind streicht durch Schilf und Weiden. Wie sind die Blumen, groß und klein, in Duft und Farben doch so rein,
uns Freude zu bereiten—!
Bald geht das große Ernten an;
da kommt ein mächt’ger Sensenmann, ist nicht der Tod, ist Leben...
Du, liebes Volk, nimm diesen Tag, der lang für dich in Reife lag,
nur dir sich hinzugeben!
Jac


