FRÜHLING AM BRETTERZAUN
Der Tag ist eingekreist von Mietskasernen. Um einen Garten schwankt ein Bretterzaun. Ein Birnbaum trägt sein Sehnen in die Fernen; .die Blüten gleichen ungezählten Sternen.
Die Gartenerde leuchtet kupferbraun.
Ein Junge schreibt mit Kreide an die Bretter, schreibt einen Namen, welch ein süßes Wort! Ach, Bretterzäune sind nicht Albumblätter— und morgen wischt vielleicht ein Regenwetter so nebenbei den lieben Namen fort...
Doch jetzt ist Sonne noch um jenen Namen am Zaun, ein Veilchen blickt zu ihm hinauf. Im Garten sprießt der ausgestreute Samen. Die Mietskasernen sind ein grauer Rahmen für solchen Frühling. Herz, o Herz, brich auf!
Denn jetzt ist Sonne noch! Die Wolken fahren gleich weißen, märchenstillen Schiffen aus.
Den Namen trägt ein Kind von achtzehn Jahren. Ihr jungen Wünsche, wandert aus in Scharen! Der Bretterzaun selbst schwankt ins All hinaus.
Die Mietskasernen und der blasse Junge und jener Name—: Frühling einer Stadt... Im Westen ist ein Wetter auf dem Sprunge. Der Frühling schmeckt so bitter, lähmt die Zunge. Wann macht ein Frühling alle, alle satt—!


