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Die vollkommene Köchin oder Neues schwäbisches Kochbuch : enthaltend mehr als zwei tausend, durch tüchtigte Hausfrauen erprobte Recepte / sorgfältig gesammelt von L.S.
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6 Suppen.

über gebähte Schnitten an. Man kann gebackene oder Fleiſch⸗ knöpfchen darauf geben; auch läßt man die Suppe mit den Schnit⸗ ten noch aufkochen.

Nro. 20. Brieschen⸗(Kalbsbrieslein⸗) Suppe.

Man rechnet zu 8 bis 10 Perſonen 1 Brieschen und 3 Euter⸗ chen zur Suppe; ſiedet dieſe entweder in der Fleiſchbrühe oder im Salzwaſſer ab, hackt die Brieschen, wenn ſie gepuzt ſind, nebſt Peterling und Zwiebel, klein; zerläßt ein Stückchen Butter in einer Caſſerolle; röſtet einen Kochlöffel voll Mehl hellgelb, dämpft das Gehackte darin, löſcht es dann mit Fleiſchbrühe ab und läßt es ſo kochen. Die Euterchen ſchneidet man zu dünnen Schnittchen und läßt ſie auch mitkochen. Man kann beliebige Klößchen oder Schnit⸗ ten dazu verfertigen und die Suppe mit ein paar Eierdottern, etwas ſüßem oder ſaurem Rahm abziehen und darüber anrichten.

Nro. 21. Grüne Brockelerbſenſuppe.

Man dünſtet oder ſchweißt einen Kochlöffel voll Mehl in einem Stückchen Butter, dämpft kleingeſchnittenen Peterling und Zwie⸗ bel darin und löſcht es mit Fleiſchbrühe ab. Die Brockel⸗ erbſen werden verwällt, oder im Butter gedämpft, und wenn ſie weich ſind, mit einem Schoppen ſüßem Rahm durchgetrieben und zu erſterem gethan. Dann werden Wecken⸗ oder Milchbrodſchnit⸗ ten in Milch, Eier und ein bischen Salz eingeweicht, im Schmalz gebacken, und die kochende Suppe darüber angerichtet.

Nro. 22. Butterſuppe.

½ Pfund Butter läßt man in einer Caſſerolle zergehen, röſtet einen Kochlöffel voll Mehl hellgelb(ſtark geſchweißt), dämpft ein wenig kleingewiegte Zwiebel und Peterling darin, löſcht es mit guter Fleiſchbrühe ab und läßt es kochen. Alsdann ſchneidet man ein paar Kreuzerwecken klein gewürfelt; läßt ſie in der Suppe aufkochen; verrührt ein paar Eier, gießt ſie in die kochende Suppe, zieht ſie mit dem Schöpflöffel einigemal auf, richtet es an und reibt etwas Muskatnuß darauf.

Nro. 23. Buttermilchſuppe.

Man ſezt etwas Buttermilch mit geriebenem Roggenbrod und ein wenig geſtoßenem Anis auf das Feuer, läßt es eine Weile kochen und treibt es durch ein Haarſieb. Dann thut man es wie⸗ der auf das Feuer und etwas ſüßen Rahm, Zucker und gereinigte mit Waſſer aufgekochte Corinthen dazu. Die Suppe darf nun aber nicht wieder kochen, ſondern nur ſtark heiß werden.

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