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Die vollkommene Köchin oder Neues schwäbisches Kochbuch : enthaltend mehr als zwei tausend, durch tüchtigte Hausfrauen erprobte Recepte / sorgfältig gesammelt von L.S.
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Seite
XXXII
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xxxn Vorkenntniſſe zur Kochkunſt.

guten Wein, eine Hand voll geſtoßenen Zucker und ſo viel feines Mehl dazu, bis der Taig die gehörige Dicke hat, ſchafft ihn in

der Schüſſel ſo lange, bis er zum Wällen recht iſt, nimmt ihn

dann erſt auf das Wällbrett, würkt ihn nur ein wenig, damit er nicht zu warm wird. Dann wird er halbdick ausgewällt, auf den halben Theil 1 Pfund Butter geſchnitten, die andere Hälfte darüber geſchlagen, und dann ſo dünne als möglich ausgewällt. Bei dem Zuſammenlegen des Taigs und mit dem zweiten Wällen verfährt man auf die nämliche Art, wie bei dem gewöhnlichen Buttertaig. Dieſer Taig iſt zu allem Weingebackenen und zu Torten und dergleichen zu gebrauchen.

Nro. 43. Zucker⸗Jus.

Man thut ungefähr 4 Loth geſtoßenen Zucker in ein eiſernes oder irdenes Kächelchen, hält dieſes in einer kleinen Entfernung über das Feuer und läßt den Zucker dunkelbraun werden, dann gießt man ein wenig Waſſer daran, läßt es aufſieden, füllt den braunen Saft, wenn er abgekühlt iſt, in Fläſchchen und bewahrt ihn auf. Man färbt Suppen und Saugen mit dieſer Jus.

Nro. 44. Zucker⸗Taig.

Man vermengt ½ Pfund feines Mehl mit Pfund gerie⸗ benem Zucker, ſchüttet es auf ein Nudelbrett, macht in der Mitte eine Vertiefung, ſchlägt 2 Eier hinein, rührt ſie mit einem Löf⸗ fel durch einander, ſezt ein wenig zerlaſſene Butter hinzu, rührt ſodann das gezuckerte Mehl allmählig dazu, arbeitet es mit den Händen gut durch und läßt den Taig einige Stunden ruhen. Hierauf ſtreut man etwas Mehl auf das Nudelbrett, arbeitet den Taig mit Mehl durch, daß er ziemlich ſteif wird, und wällt ihn dann aus. Von dieſem Taige kann man Torten, mit Formen ausgeſtochene Blumen und was man ſonſt will, machen. Man bäckt ihn bei gelindem Feuer und gibt wohl Acht, daß er nicht braun wird.