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Die vollkommene Köchin oder Neues schwäbisches Kochbuch : enthaltend mehr als zwei tausend, durch tüchtigte Hausfrauen erprobte Recepte / sorgfältig gesammelt von L.S.
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IX
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Einleitung.

Wenn bei allem, was wir thun, Ordnungsliebe, Pünkt⸗ lichkeit und Reinlichkeit vorherrſchend ſeyn ſollen, ſo ſind dieſe drei Eigenſchaften einer Köchin beſonders zu empfehlen.

Durch Ordnung und Pünktlichkeit gewinnen nicht nur die Speiſen, denn, wenn alles recht und zu gehöriger Zeit ge⸗ ſchieht, ſo wird es um ſo beſſer, als wenn es übereilt werden muß, wo es dann halbgekocht oder verkocht zu Tiſche kommt; es wird aber auch viel an Geld und Zeit erſpart, da das Gegentheil nur Verluſte und andere Unannehmlichkeiten hervorbringt.

Die größte Reinlichkeit ſoll ſowohl in der Küche als an der Köchin ſichtbar ſeyn; ſo wenig eine Küche ein Prachtzim⸗ mer und eine Köchin im Putze ſeyn kann, da in erſterer Feuer brennt, Aſche fliegt, Rauch und Ruß iſt, und leztere mit vielen Dingen umgehen muß, die ſie beſchmutzen, ſo können beide doch

ſo gefällig, freundlich, reinlich und ordentlich ſeyn, daß nicht

nur jeder Vorübergehende einen Blick in die Küche werfen darf, ſondern man ſelbſt gerne darin weilt und die Köchin ſich ſehen laſſen darf, ohne den Appetit zu mindern. Die Küche iſt die eigentliche Werkſtätte der Hausmutter, wie der heranwachſenden Jungfrau; hier ſoll für die Erquickung und Stärkung der Ge⸗ ſunden, wie der Kranken gewirkt werden. Unreinlichkeit in der Küche verdirbt nicht nur den Geſchmack der Speiſen, ſondern kann auch der Geſundheit höchſt nachtheilig werden.

Ebenſo hat ſie ihre beſondere Aufmerkſamkeit auf die Ge⸗ fäße, in denen die Speiſen gekocht werden ſollen, zu richten. Irdene Geſchirre, ſo wie die von Glas, Porcellan und Stein⸗ gut, ſind die unſchädlichſten, auch nehmen, wenn ſie gut ſind, die Speiſen keinen Rebengeſchmack davon an. Geſchirre von Eiſen, Kupfet, Meſſing und Zinn ſind zwar vortheilhaft zum Ko⸗ chen der Speiſen, müſſen aber ſtets ſehr reinlich gehalten und mit großer Vorſicht gebraucht werden; beſonders die von Kupfer und Meſſing, die wenigſtens alle Monate mit Aſche von Buchen⸗ holz ausgekocht werden ſollten, weil ſie dadurch nicht nur gerei⸗ nigt, ſondern in ſelbigen auch die ſchwarzen Stellen ſichtbar wer⸗ den, wo die Verzinnung gelitten hat und dann ſofort ausge⸗