Kleine Dinge, die jede Hausfrau wiſſen muß
Schmackhafteres Kochen garantiert. Neuerdings gibt es Dunſttöpfe mit dreifachem Bo⸗ den, in denen man das Gemüſe im eigenen Saft(alſo ohne Waſſerbeigabe) dünſtet. So erfolgt kein Auslaugen der Nährſalze mehr, die feinen Duftſtoffe werden erhalten, weil kein Aberdruck ſtattfindet. Dabei iſt man nur auf ein Minimum von Kochſalz ange⸗ wieſen, wodurch der geſundheitliche Wert des gekochten Gemüſes ungemein gehoben wird.— Etwas anderes als dieſer Dunſttopf ſind die Dampfkochtöpfe mit ſchraubbarem Deckel, in denen überhitzung und durch den vollkommen dichtſchließenden Deckel ein überdruck entſteht. Die hohe Hitze ſchadet dem Gemüſe. Die Gemüſezellen werden auf⸗ geſprengt und der Saft tritt aus, weshalb dann das Gemüſe trotz der kürzeren Koch⸗ zeit unanſehnlich und weit weniger ſchmackhaft iſt, als das im neuen Dunſttopf mit dem dreifachen Boden zubereitete Gemüſe.
Angebrannte Speiſen zu retten. Bemerkt man, daß eine Speiſe angebrannt iſt, ſo ſetzt man den Topf, ohne darin umzurühren und ohne den Deckel abzunehmen, in ein Gefäß mit kaltem Waſſer. Das Angebrannte ſetzt ſich auf dem Boden des Topfes an. Nach einigen Minuten nimmt man den Topf wieder aus dem Waſſer, löſt den unverletzten Teil der Speiſe vorſichtig vom Boden ab und kocht ſo unter Beigabe von friſcher Flüſſigkeit oder Fett in einem andern Topf fertig.
Bröſel zum Abſchmelzen von Speiſen, zum Herſtellen von Suppen uſw. bereitet man von Weißbrotreſten, indem man dieſe im Ofen oder an der Sonne dörrt, durch die Reib⸗ mühle treibt, ſiebt und in einer Büchſe aufbewahrt.
Butter längere Zeit friſch zu halten. Man gießt über die Butter gekochtes und wieder erkaltetes Salzwaſſer, ſo daß ſie ganz bedeckt iſt.— Oder: man gibt ſie in einen irdenen Topf und macht einen Pergamentabſchluß wie bei eingemachten Früchten. Fettmiſchungen. 1. G Rinderfett, Schweineſchmalz, 6 Pflanzenfett. 2. 6 Schweine⸗ ſchmalz oder Butter und ²³ Pflanzenfett oder das Verhältnis umgekehrt. 3. Für fleiſchloſe Küche verwendet man Pflanzenfett, Ol oder Butter oder Pflanzenfett und Butter gemiſcht.
Alle Gemüſe, gehackt oder durch das Sieb in kochende Brühe gedrückt, ergeben ſtets gute Gemüſereſteſuppe, ebenſo die Gemüſebrühen und die abgekochten Gemüſeabfälle. Geſunder Eſſig. Man füllt Birnenmoſt in eine weithalſige Flaſche und fügt ein Stück friſch vom Bäcker bezogenes warmes Brot(nur das Weiße, die Krume) hinzu, ſtellt die Flaſche mit einem Stofflappen zugebunden 8 Tage an die Sonne— und der Eſſig iſt fertig. Das zerſetzte Brot, das eine obenſchwimmende Schicht bildet, läßt man in der Flaſche und füllt zeitweilig mit Moſt nach.
Mehlſchwitze oder Einbrenne. Man läßt Fett zergehen und fügt ſo viel Mehl hinzu(auf 1 Eßlöffel Fett etwa 2 Eßlöffel Mehl), daß ein glatter Teig entſteht. Dann löſcht man, immer auf kleinem Feuer, mit heißer Flüſſigkeit ab, die man löffelweiſe hinzufügt und jedesmal ſo lange verrührt, bis die durchgewirkte Maſſe ſich teigartig vom Topf löſt. Allmählich wird ſie dann dickflüſſig. Der Teig bleibt ſicher glatt, wenn man zuerſt einen Schuß kalte Flüſſigkeit verwendet.
Vanillezucker. In ein Konſervenglas gibt man Grießzucker und zwei Vanilleſtangen und hält das Glas gut verſchloſſen. Der jeweils entnommene Zucker wird erſetzt, ebenſo die Vanilleſtengel, wenn ſie kein Aroma mehr abgeben.
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