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ches Was braucht der Menſchzu ſeiner Ernährung?“
ährend man ſonſt die Ernährung von dem natürlichen Inſtinkt, zum großen Teil auch von der mächtigen Gewohnheit leiten ließ, muß heute die Vernunft bei der Auswahl, bei der Zubereitung und bei dem Genuß unſerer Nahrung Führerin ſein. Es gilt eine Ernährung durchzuführen, die nach Maßgabe der vorhandenen Mittel ausreichend ſein ſoll. Die Wiſſenſchaft ſetzt uns inſtand, zu beurteilen, was für die menſchliche Ernährung unumgänglich nötig und was zum Über⸗ fluß zu rechnen iſt. Wir wiſſen, daß die Maſchine Menſch ſich dauernd abnutzt. Die kleinen Bauſteine unſerer Körperorgane, die Zellen, haben, je nach der Arbeit des betreffenden Organs, eine begrenzte Lebensdauer. Täglich gehen in unſerem Körper Milliarden von Blutzellen zugrunde, ungefähr 10 g Zellſubſtanz wird täglich von unſerer 2 Quadratmeter großen Hautoberfläche durch Abnutzung der äußeren Schichten abgeſtoßen, ebenſoviel von der Schleimhaut des Magendarmkanals. Dieſe ver⸗ loren gegangenen Teilchen müſſen wieder erſetzt werden. Eine Lebenserſcheinung unſeres Körpers iſt die Wärme, eine weitere die Tätig⸗ keit unſerer Organe, zum Beiſpiel des Herzens. Auch nach außen hin müſſen wir Arbeit leiſten, uns bewegen, geiſtige oder körperliche Tätigkeit verrichten. Da nun der Körper andauernd Wärme wieder abgibt, ſo müſſen wir für den Erſatz der Wärme ſorgen. Zur Arbeit müſſen wir die Kraft, die Energie irgend⸗ woher beziehen. Die Ernährung hat alſo die doppelte Aufgabe, durch Zufuhr von Bauſtoffen den Beſtand des Körpers zu erhalten und in Betriebsſtoffen die Wärme und Energie zu liefern. Welcher Art die Bauſtoffe ſein müſſen, lehrt uns die Zuſammenſetzung unſeres Körpers. Der Hauptbeſtandteil der Zelle iſt ds Eiweiß. An das Eiweiß iſt die Funktion der Zellen geknüpft, ohne Eiweiß iſt das Leben nicht möglich; die zuzu⸗ führenden Bauſtoffe müſſen alſo Eiweiß enthalten. Weitere wichtige Beſtandteile der Körperzellen ſind Salze und Waſſer; dieſe müſſen, da auch ſie bei der
Von Frau Dr. Ingelfinger. 15


