Druckschrift 
Allgemeines deutsches Kochbuch : eine leicht verständliche Anweisung über die Zubereitung aller Speisen der einfachen Küche für Hausfrauen, Köche und Köchinnen / von L. F. Jungius, Königl. Preuß. Küchenmeister, Verfasser des umfassenden, großen Werkes über die gesammte Kochkunst, des vollständigen Küchenlehrbuchs im Gesammtgebiet der Küche, Speisekammer, des Tafel- und Hauswesens, des gastronomischen Lexikons, der Feld- und Garnisonsküche und mehrerer anderer gastronomischer Schriften und Redakteur der Küchenzeitung
Entstehung
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Bemerkungen über Kochbücher.

Es kann nicht in der Abſicht des Verfaſſers des Allgem. deutſchen Kochbuches liegen, über den höchſt tadelnswerthen Betrieb unſers jetzigen Küchen⸗ und Wirthſchaftsweſens ſich hier abermals weitläuftig auszualſſen Ueber dieſes Thema ſprechen ſeine ſeit einer Reihe von Jahren herausgegebenen, ſehr verſchiedenen gaſtronomiſchen Werke und vornehmlich hat er in dem zweiten Theile dieſes Buches auch in derſelben Verlagshandlung als Küchen⸗Lehrbuch erſchienen obigen Gegenſtand einer höchſt umfaſſenden, ausführlichen Beleuchtung unterworfen, insbeſondere was beziehungsweiſe den Einkauf und die Vorrichtung der Nahrungsmittel, ſo wie deren Zubereitung als Speiſe betrifft. Daher ſollen den vor⸗ liegenden neuen Anweiſungen, womit wir den ausgebreiteten Inhalt dieſes Kochbuches in ſeiner neuen Auflage bereichern wollen, nur einige tadelnde Bemerkungen vorausgehen und dieſe, ohne nähere Erörterungen, ſich vorzugsweiſe auf unſere Kochbücher beziehen.

Wenngleich der jetzige Zeitgeiſt an den vielen ſchädlichen Vorurtheilen, die ſich in der Küche und Wirthſchaft vieler Stände kundgeben, zum Theil Schuld ſein mag, ſo iſt doch nicht in Abrede zu ſtellen, daß es vornehmlich der Legion der im nördlichen Deutſchland erſchienenen unbrauchbaren Koch⸗ bücher zuzuſchreiben iſt, wenn man in dem Betrieb unſerer Küche und Wirthſchaft eine Menge veralteter Mißbräuche und beſtehender Irrthümer wahrnimmt. Die meiſten unſerer deut⸗ ſchen Kochbücher haben, wie ſchon in der Vorrede des Küchen⸗ Lehrbuchs annähernd bemerkt worden, Frauen verſchiedenen Standes, Haushälterinnen, Köchinnen ohne alle naturwiſſen⸗ ſchaftliche Befähigung und ſachliche Erfahrung, zu Verfaſ⸗ ſerinnen, die ſich ein Verdienſt daraus machen, ſich mit frem⸗ den Federn zu ſchmücken, nämlich die Zubereitungs⸗Recepte aus dieſem und jenem Kochbuche zu ſammeln, um ihr eignes Werk damit auszuſtatten; daher der verſchiedenartigſte, hetero⸗ 1