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Die neuzeitliche Küche : ein praktischer Lehrkurs der Kochkunst und Ernährungskunde sowie der Diätküche : mit 4000 Rezepten und Anleitungen / von Rudolf Zäch
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IV. Die Kochkiſten und Selbſtkocher. 31

verſtändlich etwas länger und breiter wie das Holzmaß) gut eingedrückt werden, ehe der Deckel verſchloſſen wird. Eine nach dieſer Anweiſung hergeſtellte Koch⸗ kiſte genügt, wenn die Cöpfe 3 bis 5 Liter faſſen, einem Haushalt von etwa ſechs Perſonen.

In einer modern eingerichteten Küche ſollte die Kochkiſte als gleich⸗ berechtigt neben den anderen Geräten ihren wohlverdienten Platz finden. Ihre allgemeine Einführung iſt vor allen Dingen den Frauenvereinen zu verdanken. Dieſer Selbſtkochapparat ſcheint mir von einer Bedeutung zu ſein für alle Kreiſe, in welchen mit der Zeit gerechnet und Brennmaterial geſpart werden ſoll.

Schnellkocher. Unter verſchiedenen Namen bringt die Induſtrie Selbſtkocher in den Handel. Der ſchlanke, gefällige Apparat iſt fix in ſeinen Leiſtungen, und fertig wird auch alles, was man in ihn hineingibt. Von der üblichen Kochkiſtenform iſt hier abgeſehen worden, der Apparat iſt in Zylinderform und ganz aus Metall gearbeitet, außen iſt er ſchön lackiert, ſeine Innenwände beſtehen aus verzinntem Weißblech, das mit einem Roſtſchutzmittel ver⸗ ſehen iſt. Das doppelwandige Gefäß hat innen eine beſtändige, keinem Schwinden ausgeſetzte Iſoliermaſſe. Der Apparat vermindert die bis⸗ herige für Kochkiſten übliche Vorkochzeit um mehr als die Hälfte. Er kocht und dünſtet nicht nur die Speiſen wie die einfache Heukiſte, ſon⸗ dern man kann in ihm auch mit erhitzten Back⸗ Sehneiſtdcher. platten braten und backen. Sein Inhalt bleibt je nach Größe des Apparates bis zu 15 Stunden eßwarm. Des weiteren kann er auch zur Berſtellung von Gefrorenem, Gelee und Creme verwendet werden. Im Sommer dient er als Kühlapparat für Speiſen und Säuglingsmilch. Seine handliche Form beanſprucht wenig Raum, er iſt daher leicht transportabel und deshalb auch beſonders geeignet für Jäger, Landwirte und Automobiliſten. Beſonders die kleinen Größen werden auch als Eſſenträger von Arbeitern und Reſtau⸗ rants gerne benützt.

Heinzelmännchen nennt man eine andere Art von Kochkiſten, die Kiſten⸗ form iſt beibehalten, die Außenwände ſind aus ſtarken, dreifach geklebten Buchenfournierhölzern, die Innenwände aus Weißblech oder Reinaluminium gearbeitet. Die Iſolierung iſt eine ſehr gute, ſo daß die Vorkochzeiten der Speiſen bedeutend vermindert ſind gegenüber der einfachen Kochkiſte. Während in letzterer Gemüſe und Hülſenfrüchte wohl weichgekocht, Fleiſch aber nur ge⸗ dünſtet werden kann, fertigt die Heinzelmännchen⸗Kochkiſte ſelbſtändig die ſchön⸗ ſten knuſprigen Braten, Geflügel und Wild aller Art, Torten, Kuchen, Puddinge und Aufläufe. Durch geringe Wärmezuführung mittels erhitzter Chamotteſteine wird dieſes alles ermöglicht. Zum Kochen und Schmoren iſt je eine Wärmeplatte, zum Backen und Braten ſind je zwei ſolcher Platten erforderlich. Dem Heinzel⸗ männchen⸗Apparat ſind alle Vorzüge des einfachen Kochkiſtenſyſtems eigen, nur in weit größerem Maße; er bildet tatſächlich einen Fortſchritt darin. Es iſt deshalb erklärlich, daß er ſich ſo leicht in der Küche eingebürgert hat.