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III. Die Küche und Speiſekammer und ihre Einrichtung. 25
nahezu jede Speiſe durch konzentrierten Dampf in fabelhaft kurzer Zeit zu kochen. Dabei bleiben die Nährſtoffe erhalten, das Aroma kann nicht entweichen, wodurch die Speiſen kräftiger und ſchmackhafter werden.
Es erübrigt noch, einiges über die Behandlung der Dampftöpfe zu er⸗ wähnen. Das Sicherheitsventil, ſowie der Hahn verhindern das Zerſpringen der Töpfe, ebenſo der Bügel mit Stellſchraube, welcher noch zum dampfdichten Schließen des Copfes dient. Der Topf darf ſelbſtverſtändlich nicht ganz gefüllt werden, mindeſtens ſollten 4 bis 5 Sentimeter hoch leer ſein, damit ſich der nötige Dampf bilden kann. Vor dem Verſchließen iſt der geſchliffene Rand des Deckels
Dampfbräter. Dampftopf.
ſowie des Copfes gut abzuwiſchen. Nach Aufſetzen des Deckels wird durch Anziehen der Schraube am Bügel das dichte Schließen des Deckels bewirkt. Nachdem der Hahn geſchloſſen, kann der Topf aufs Feuer geſetzt werden; den Grad des Garſeins ſollte man durch Ubung am Geruch des ausſtrömenden Dampfes erkennen lernen. Alles vorzeitige Offnen verzögert naturgemäß das Fertigwerden der Speiſen. Erſt wenn der Dampf ſich abgekühlt hat, indem man ihn aus dem Ventil oder dem Meſſinghahn entweichen läßt, darf der Bügel entfernt und der Deckel geöffnet werden.
Zum Reinigen verwendet man Lauge und Sand; bei der Verwendung des letzteren iſt wegen der großen Exploſionsgefahr Vorſicht am Platze und zu vermeiden, daß ein Körnchen desſelben etwa das Ventil verſtopfen könnte. Die geſchliffenen Verſchlußteile ſind äußerſt ſorgfältig zu behandeln, damit ihre Dichtigkeit nicht durch unvorſichtiges Abſchleifen verdorben wird, ſonſt entweichen die Dämpfe unausgenützt und der Apparat geht ſeiner wert⸗ vollſten Eigenſchaft verluſtig.
Emailgeſchirr. Um Roſt bei eiſernen Geſchirren zu vermeiden, wendet die Induſtrie zweierlei an, das ſchon erwähnte Verzinnen und das Emalllieren.


