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Die neuzeitliche Küche : ein praktischer Lehrkurs der Kochkunst und Ernährungskunde sowie der Diätküche : mit 4000 Rezepten und Anleitungen / von Rudolf Zäch
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III. Die Küche und Speiſekammer und ihre Einrichtung. 23

erwähnten direkt geheizten Gefäßen. Sie ſind daher nur zu empfehlen, wo der Strom ſehr billig iſt. Eine erweiterte Form ſind die Kochunterſätze zum Aufſetzen von 2, 3 und 4 Gefäßen.

Kochgeſchirre. Jede Zubereitungsart erfordert ihr beſtimmtes Geſchirr. Schlecht angebracht iſt es, beim Einkauf desſelben zu knauſern; man wähle immer das beſſere, wenn auch ſcheinbar teurere; es bezahlt ſich im Gebrauch nachher doppelt. Im allgemeinen laſſen ſich über Anzahl und Art keine be⸗ ſtimmten Vorſchriften geben. Die Auswahl hängt von dem perſönlichen Ge⸗ ſchmack der Hausfrau und den Mitteln, welche ihr zur Verfügung ſtehen, ab. Alle beſſeren Haus⸗ und Kücheneinrichtungsgeſchäfte ſtellen in ihren Katalogen vollſtändige Einrichtungen zuſammen.

Kupfergeſchirr. Eine ſtattliche Anzahl blankgeputzter Kupferkaſſerollen dient einer Küche nicht allein zur Fierde, ſondern die vielen Vorzüge des Kupfers laſſen es trotz ſeines hohen Preiſes und der Konkurrenz der andern Metalle auch heute noch ſeinen Platz in der Küche behaupten. In der beſſeren Küche unſerer Voreltern war ſeine Verwendung allgemein, und nicht mit Unrecht. Seine große Baltbarkeit ſowie das leichte Durchlaſſen der Wärme ſind ſeine Vorteile. Die Gefahr der Grünſpanvergiftung darf ihm nicht als Nachteil an⸗ gerechnet werden; ſie wird lediglich nur durch leichtſinnige, unverſtändige Behandlung hervorgerufen. Iſt die Verzinnung abgenützt, ſo muß dieſelbe ſofort erneuert werden; dazu ſollte aber nur beſtes engliſches Zinn verwendet werden. Ein reines und von Blei freies Zinn hat eine ſchöne glänzende, ſilber⸗ ähnliche Farbe. Eine mattere, bläuliche Farbe iſt das Erkennungszeichen für den Bleigehalt, insbeſondere, wenn beim Reiben ſich die Finger blau färben. Es empfiehlt ſich ſehr, neues, ſowie auch das friſchverzinnte Geſchirr, ehe man es in den Gebrauch nimmt, mit Kleie und Waſſer mehrere Stunden auszu⸗ kochen. Vor und nach Gebrauch ſollte es mit einem reinen weißen Lappen und heißem Waſſer feſt ausgerieben und getrocknet werden. Heißes Fett bewirkt ebenſo wie das Stellen des leeren Gefäßes aufs Feuer das Schmelzen der Verzinnung. Auch ſaure Speiſen und Obſt vermögen dieſelbe auf⸗ zulöſen. Die fertigen Speiſen müſſen dem Geſchirr ſofort entnommen werden, niemals dürfen ſie darin erkalten oder gar aufbewahrt werden. weiße Saucen, feine Gemüſe und dergleichen geraten in Kupfergeſchirren beſſer als in jedem anderen.

Die Kochgeſchirre aus Nickel ſind die größte Konkurrenz des Kupfers. wer ſich an dem hohen Preis ſtößt, kann ſich mit dem ſtark vernickelten oder plattierten Geſchirr begnügen, welches ſchließlich die gleichen Dienſte leiſtet. Im allgemeinen gilt für Nickel das gleiche wie für Kupfer, nur daß es vermöge ſeiner Härte heißes Fett und Säuren etwas beſſer aushält; aus dem gleichen Grunde nimmt es keinen Schaden durch Anſetzen und Anbrennen der Speiſen. Die Speiſen kochen darin langſam gleichmäßig. Ein weiterer Vorzug iſt, daß die Gerichte in demſelben ſerviert werden können; das Eſſen bleibt durch das langſame Entweichen der Wärme darin beſonders lange warm. In jeder beſſeren Küche ſollte wenigſtens der Schneekeſſel(ſiehe Abbildung) aus dieſem Material beſtehen. In dieſem läßt ſich der Rahm viel leichter ſchlagen.

Sehr gut bewährt hat ſich auch das Rein Aluminium⸗Kochgeſchirr und dürfte, da es billiger wie Nickelgeſchirr iſt, von vielen dieſem vorgezogen werden. Beim Einkauf ſehe man auf gute dauerhafte Ware und laſſe ſich nicht von dem billigen Angebot mancher Warenhäuſer irre machen. Sum Reinigen darf nie⸗