18 Allgemeines.
das Feuer mit oder ohne Beimiſchung friſcher Kohlen ſehr gut unterhalten. Aber auch die feine Aſche kann, wenn ſie angefeuchtet iſt, noch ſehr gut zum Dämpfen des Feuers dienen, oder in Fällen, wo eine anhaltende, gleichbleibende Hitze verlangt wird, die Glut noch ſtundenlang unterhalten. Bequem iſt es, wenn ſowohl für die feine als für die gröbere Aſche verſchiedene Behälter ge⸗ halten werden.
Eine der verwerflichſten Unſitten iſt das Zuſchütten von Petroleum, nicht allein wegen der bei unvorſichtiger Anwendung beſtehenden Feuersgefahr, ſondern auch, weil der Petroleumgeſchmack leicht in die Speiſen dringt.
Gasherde. Das Gas iſt wohl das edelſte Heizmaterial, nicht allein für die Küche; auch der Konditor benützt für ſein feineres Gebäck nur Gas, ja ſogar der Bäcker bäckt ſein Brot im Gasbackofen billiger und ſchöner als bei Kohlen⸗, Koks⸗ und Bolzfeuerung, und die Konſerveninduſtrie arbeitet überhaupt nur noch mit Gasfeuerung. Das Gas wird aus der Kohle deſtilliert und brennt vollſtändig ruß⸗ und geruchfrei. Dieſe Reinlichkeit, ſowie ſeine Billigkeit und die zweckmäßige Konſtruktion der modernen Gasherde in Verbindung mit dem billigen Preis von Nutzgas, machen ſeine Verwendung auch in der kleinſten Küche möglich. Weil der Gasapparat keine Außen⸗ wärme abgibt, da die Heizkraft
Gaskocher mit drei Doppelſparbrennern. beim Brennen vollſtändig aus⸗ genützt wird, ſo iſt er beſonders in der heißen Jahreszeit dem Kohlenherde vorzuziehen. Das Gas iſt bekanntlich ein teurerer Brennſtoff als die Kohle, und doch iſt es möglich, daß auf einem richtig konſtruierten Gasherd ſich billiger kochen läßt, als auf einem Kohlenherd. Im Gasherd wird eben die Heizkraft des Gaſes beſſer ausgenützt, während im Küchenherd die Kohle nur zu 20 Prozent ausgenützt werden kann, im Gasherd läßt ſich je nach Bedarf die Flamme regulieren, die Kohlenflamme läßt ſich aber nicht reduzieren, und die einmal erzeugte Glut bleibt auch noch erhalten, wenn das Kochen ſchon beendet iſt. Die Gasapparate ſind in jeder Beziehung zweck⸗ mäßig und gasſparend gebaut, ſie ſind mit einhahnigem Doppelſparbrenner (ſiehe Abbildung) ausgeſtattet, der durch einfache Hahnſtellung es ermöglicht, daß der Stundenverbrauch einer Kochflamme ſich reduzieren läßt, wobei noch der Inhalt eines Copfes von 3 bis 4 Litern im Kochen erhalten wird. Zum Ankochen wird der Hahn auf die große, zum Weiterkochen auf die kleine Flamme geſtellt. Infolgedeſſen können die aufgeſtellten Speiſen genau im Siedepunkt oder einige Grade darunter gehalten werden; dadurch bleibt der Wohlgeſchmack und die Bekömmlichkeit der Speiſen erhalten, weil die Nährſalze und die aro⸗ matiſchen Ceile derſelben nicht durch andauernd ſprudelndes Kochen verdampfen können. Außerdem braucht der Kochprozeß weniger Aufſicht. Dieſe Gas⸗ herde ſind jetzt ſo vervollkommnet, daß zwei Efen, Backofen und Grillofen, mit einer Flamme geheizt werden, und die Strahlung der Flamme infolge⸗ deſſen nach oben und nach unten ausgenützt wird. Das Braten auf dem Grill geſchieht ohne Fett oder Butterzugabe, und trotzdem wird das Fleiſch ungemein ſaftig, da durch die direkte Strahlung die Poren desſelben ſich augenblicklich ſchließen.


