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Die neuzeitliche Küche : ein praktischer Lehrkurs der Kochkunst und Ernährungskunde sowie der Diätküche : mit 4000 Rezepten und Anleitungen / von Rudolf Zäch
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III. Die Küche und Speiſekammer mit ihrer Einrichtung. 15

des öfteren mit einer breiten Holzſchaufel umgewendet werden. Sehr zu emp⸗ fehlen iſt das von mir konſtruierte hygieniſche Mehlſieb(ſiehe Abbildung), welches zugleich als Schöpfer dient. Dasſelbe wird von der Firma Gebr. Arndt in Ouedlinburg hergeſtellt. Man wird bei ſeiner Anwendung die Entdeckung machen, daß oft kaum glaubliche Schmutzteile in dem Sieb verbleiben.

Ebenſo muß Salz öfter umgewendet werden und ſoll nie feucht ſtehen.

Mit den Vorräten an Eingemachtem tut man gut, wenn man ſie im Novem⸗ ber in den Ueller verbringt, um ſie im Mai wieder in den Vorratsraum zu ver⸗ bringen, weil ein zu langer Aufenthalt im Ueller ihre Baltbarkeit vermindert.

Bequem iſt das Anbringen einer Schreibtafel oder eines Blocks, auf welchen man die verbrauchten oder zu Ende gehenden Vorräte zwecks ihrer Neubeſchaffung notieren kann. wWo die Derhältniſſe es ge⸗ ſtatten, ſollte man die Reife⸗ zeit der Früchte benützen, um ſie in hinreichender Menge einzu⸗ machen. Ebenſo iſt für Vorrat an getrockneten, eingemachten und ausgehülſten Bohnen, Erbſen, Lin⸗ ſen und gedörrtem Obſt Sorge zu tragen.

Das Mobiliar der Speiſe⸗ kammer ſollte beſtehen: aus einem verſchließbaren Schrank, an deſſen Türen und Wänden mit Gitter überſpannte Luft⸗ löcher angebracht ſind, einem Tiſch und Bolzgeſtellen an den Hygieniſches Mehlſieb. Wänden, ferner aus verſchiedenen Haken an der Wand und der Decke; letztere dienen zum Anbringen von Ge⸗ ſtellen, welche an Schnüren frei hängen; ein oder zwei Fliegenſchränken aus Drahtgeflecht, einem Ciergeſtell, ſowie den gebräuchlichen Hohlmaßen. Ferner iſt erwünſcht eine Brücken⸗ oder Federwage, dann noch ein Tritt mit einigen Stufen; es gibt ſolche, welche man, zuſammengeklappt, als Küchenſtuhl benützen kann. Die verſchiedenen Gefäße beſtehen aus Con, Steingut, Glas, Porzellan und Blech.

Die aufzubewahrenden Speiſen ſollten nie warm in die Speiſekammer oder gar in den Schrank geſtellt werden, weil ihre Dünſte mit der Zeit dem⸗ ſelben einen muffligen Geruch beibringen, welcher der Speiſe ſelbſt ſehr ſchädlich iſt. Ebenſowenig darf man warme Speiſen, welche man aufbewahren will, vor ihrem völligen Erkalten bedecken, da ſie ſonſt leicht in Gärung übergehen. Man ſtelle vielmehr die warmen Speiſen in Zugluft, wodurch ein raſches Er⸗ kalten bewirkt wird.

Der Eisſchrank iſt das wichtigſte Stück in der Speiſekammer; ſeine viel⸗ ſeitige Anwendung wird beſonders in der Großſtadt von der hoch wohnenden Hausfrau gebührend gewürdigt werden. Die heutige Induſtrie iſt fortwährend bemüht, denſelben in Bezug auf innere ſowie äußere Ausführung zu vervoll⸗