Säuren und Baſen
Baſen⸗ überſchüſſe
10 Die Ernährung
Ernährung die Speiſen einen Überſchuß an Baſen haben. Säuren und Baſen entſtehen aus einer Verbindung der in den betreffenden Nahrungsmitteln ent⸗ haltenen Mineralſtoffe mit Sauer⸗ oder Waſſerſtoff.
Überſchuß an Baſen haben Kartoffeln, ſchwarzer Rettich, Kohlrabi, Karotten, Spinat, Rote Rüben, Kopfſalat, Weißkohl, Zwiebeln, Brunnenkreſſe, Schnitt⸗ lauch, Tomaten, Gurken, grünen Bohnen, Erdbeeren, Äpfel, rote Stachelbeeren, getrocknete Hagebutten und Feigen, ferner Pflaumen, Zitronen und Steinpilze. Auch Blut und Kuhmilch ſind baſenüberſchüſſig, ebenſo Rohr oder Rohrzucker, da raffinierter Zucker faſt frei iſt von Mineralſtoffen. Wer ſich näher infor⸗ mieren will, beziehe das Werk: ‚Grundlagen einer richtigen Ernährung’ von Ragnar Berg und Dr. Vogel, erſchienen im Deutſchen Verlag für Volks⸗ wohlfahrt, Dresden.
Die Bauptſache einer geſunden Ernährung iſt nach Ragnar Berg das richtige Verhältnis zwiſchen dem Fleiſch und den baſenbringenden Nahrungsmitteln.
Täglich 50 bis 65 Gramm Fleiſch und ſo viel Gemüſe und Kartoffeln, daß man ſatt wird, iſt vollſtändig genügend. Das Gemüſewaſſer nicht fortgießen, ſondern mit verwenden. Brot iſt ſehr nahrhaft, aber arm an VDitaminen und Baſen, darum ſoll man durch den Genuß von Kartoffeln und Gemüſe den Nähr⸗ wert des Brotes ergänzen. Die Kartoffel iſt reich an Eiweiß und Kohlehydraten, ebenſo baſenüberſchüſſig, durch Hinzufügung von etwas Fett und Kalk enthal⸗ tender Speiſen wie der kalkreichen Käſe, von Milch, Bohnen, Hering, Kopfſalat ſowie Ditamin A enthaltenden Gemüſen iſt ſie ein vollwertiges Nahrungs⸗ mittel. Dazu täglich etwas Rohkoſt in Form von rohen Salaten und Comaten, Rettichen und Obſt uſw. Wenig Eſſig und Salz(? Gramm Salz pro Tag iſt vollſtändig genügend) verwenden. Auch die anderen Gewürze wie Pfeffer, Haprika uſw. dürfen nur mäßig verwendet werden. Dieſe Ratſchläge des be⸗ kannten Ernährungsforſchers Ragnar Berg ſollten beachtet werden.
Es gibt viele Menſchen, die bei einer vorwiegenden Fleiſchkoſt, und andere, die bei einer vorwiegenden oder reinen Pflanzenkoſt recht geſund ſind. Vom Fleiſch allein kann der Menſch nicht leben, wohl aber von Pflanzenkoſt allein, beſſer, wenn ihr Milch, Butter, Eier zugeſetzt ſind. Durch ihre geographiſche Lage oder ihre religiöſen Sitten veranlaßt, leben Millionen Menſchen(Inder, Bud⸗ dhiſten, Japaner) vorwiegend oder ganz ohne Fleiſch. Sie ſind dabei ſehr lei⸗ ſtungsfähig. Auch der Krieg hat bewieſen, daß bei ganz geringer Fleiſchzufuhr das Volk etwas leiſten kann. Zahlreiche Athleten und Sportsleute leben, um ihre Kraft zu ſteigern, ohne Fleiſch. Man ſollte daher Fleiſchmeider(Pege⸗ tarier) ruhig gewähren laſſen. Viele Arzte verordnen zeitweiſe vegetariſche Koſt als Heilmittel. Für den geſunden Menſchen, den weder geographiſche, noch wirtſchaftliche Gründe veranlaſſen, ohne Fleiſch zu leben, empfiehlt es ſich im allgemeinen, von gutem Brot, Milch, Mehl⸗ und Eierſpeiſen, Gemüſen und Hülſenfrüchten und viel weniger von Fleiſch zu leben. Unſere Vorfahren und die kräftigen Bauern lebten von jeher ſo, daß Fleiſch Beikoſt bildete, während die anderen Nahrungsmittel Hauptkoſt waren.


