6 Die neuzeitliche Küche.
mußte alles roh verſchlingen, ſein Leben war ein tierähnliches. Erſt als der Menſch verſtand, ſich das Feuer dienſtbar zu machen, das erlegte Wild zu braten, Wurzeln zu röſten, begann für ihn ein menſchenwürdigeres Daſein. Auch half das Feuer, ihm den Überfluß an Fleiſch räuchern und ſo haltbar machen für jene Wochen, wo die Jagd ſchlecht und Mangel an Wild war.
Nachdem das Feuer nun einmal entdeckt war, führte der Vervollkommnungs⸗ trieb dazu, dieſe Speiſen ſo und jene Speiſe anders zu bereiten, es entſtanden beſtimmte Kochregeln. Man lernte kochen, braten, backen, den Überfluß in guten Zeiten haltbar zu machen. Gute Kochrezepte wurden von der Mutter auf die Cochter überliefert und auch von anderer Seite eifrig geſammelt, denn gut eſſen iſt halb gelebt. Die im nachſtehenden Werk enthaltenen Rezepte, die von dem bekannten Küchenmeiſter Zäch(an deſſen Kochkunſt ſich Kaiſer und Fürſten labten) ſtammen, bieten jedem etwas. 9
Sie enthalten Speiſen für den Alltag wie für die Feſttafel.
Und ſo möge das Werk der Hausfrau wie dem Berufskoch und der Berufs⸗ köchin ein Ratgeber ſein in der edlen Kunſt des Kochens.
Die Diãtküche.
Bei einer ernſthaften Erkrankung wird heute jeder Arzt in erſter Linie eine paſſende Diät, d. h. eine geſundheitsmäßige Ernährung vorſchreiben, die die Urankheit beheben ſoll. Das wichtigſte Mittel um geſund zu bleiben oder zur Wiedererlangung der verlorenen Geſundheit iſt nicht eine Medizin, die kommt erſt in zweiter Linie als ergänzendes Heilmittel in Frage, ſondern die für eine beſtimmte Krankheit als Heilmittel erprobte Nahrung. So gibt es für viele Krankheiten als beſtes Gegenmittel eine paſſende, die Krankheit be⸗ hebende oder wenigſtens lindernde Beildiät. Die Kenntnis dieſer Krankenküche, ſowie die Verwendung der Heilkräuter iſt dringend nötig für jede Hausfrau, als der berufenen Samariterin und Ärztin im Hauſe.
Der Verlag.


