Teil eines Werkes 
1 (1893) 1. Hugdietrich : Jarl Apollonius
Entstehung
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gehobenen Zeilen der Ps. vergleichen, so zeigt sich eine Ubereinstimmung, die nicht zufällig sein kann. Pieselbe Maske, dieselbe Frage, dieselbe seltsame Art zu antworten. Freilich ist im Volkslied alles Knapp, springend, selbst dunkel, während die Erzählungsweise der Saga in breiter, angweiliger Motivierung jeder Einzelheit sich langsam hinschleppt. Aber trotz dieser Unterschiede der Schilderungsweise vergleiche man einmal 91 4, 1012 mit den einschlägigen Stellen der Ps.: die fast wörtliche Gleichheit der zwei Texte ist geradezu staunenerregend. Auffallend bleibt nur die Verschiedenheit der angegebenen Zahl. Welche der Versionen hierin Ur- sprüngliches bewahrt, lässt sich nicht mehr entscheiden; un- wahrscheinlich ist es, dass im Lied Reimzwang gewaltet habe, cher kann man vielleicht daran denken, dass das Paumen- einschlagen! bei der bekannten symbolischen Bedeutsamkeit dieses Actes für die Priorität der im Lied bewahrten Zahlen- angabe spricht.? Es liesse dies auf das Vorhandensein einer Erzählungsschicht schliessen, die an Altertümlichkeit die Par- stellung der Ps. erheblich überragte. Noch öfters werden wir Gelegenheit haben, mehr oder minder zweifelnd auf solche Reste ältester Anschauung hinzuweisen. Gleich die Veber- reichung des Apfels führt uns in ein uraltes Gebiet erotischer Symbolik. Der Bearbeiter der Sage freilich hat diesen Zug

Pies ist wohl gemeint mit demMua vinhenrs alle dchtu.

2 Ueber zauberische Wirkung des Daumeneinziehens siche z. B. Wuttke Volksabergl. Ind. s. v. bes. die Mitt. in den§8§ 237, 401, 419. S. a. Grimm Myth. 132, Nachtr. 60, Simrock Hdb. 179, Z. f. Volksk. ed. Weinhold III, 26.

Pie reichhaltigsten Nachweise über das Vorkommen von Kpfeln als Liebessymbol finden sich in Bugge's Abh. Iduns Pbler, Ark. 1887 zd. 5 auf den Seiten 28 36, vgl. a. 4, 6, 11, 12. Dazu vgl. noch die von Bugge nicht erwähnten Stellen b. Wuttke a. a. O.§ 148 u. ö.; vgl. auch die interessanten Bemerkungen v. Bratranek Beitr. z. Aesth. der Pflanzenwelt S. 90 91, und Liebrecht Germ. 31, 498 99 gelegentl. seiner Rec. v. Schwartz, indog. Volksgl. zu dessen einschl. Abh. Seite 49 52. Auch die Apfel der Nehalennia gehören hierher und beweisen gegen Bugge mindestens die in sechr alte Zeit zurückgehende Ent- lehnung des Symbols. Vgl. Jaekel Z. f. d. Ph. 24, 301 2, vgl. a. 303, 309, 310. Vielleicht darf schliesslich noch der sagengefeierte Graf Conrad dictus Churzibolt, der diemulieres et mala arborum verab-