Teil eines Werkes 
1 (1893) 1. Hugdietrich : Jarl Apollonius
Entstehung
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6ERMANISOHE WERBUN6SSAGEN.

A. HUGDTETRICMH.

Zu den am häufigsten wiederkehrendenWanderzügen der internationalen Märchenlitteratur gehört das Motiv, dass der Anfangs verschmähte Liebhaber, unkenntlich geworden durch listige Verkleidung, die Gunst der Jungfrau gewinnt. Höchst mannichfaltig sind die hier in Anwendung kommenden Ver- hüllungsarten, stets aber bleibt das Grundprincip das gleiche. Mag er alsverstellter Narr! endlich vor den Augen der Spröden Gnade finden, mag er als Bettler, Pilger oder in sonstiger Maske? seiner Schönensich erfolgreich nähern, immer

Sieche Liebrecht Volksk. 141 ff., Parallelen zu den hier behandelten Erzählungen bietet u. a. Wlislocki, Germ. 33, 342 ff., von denen die Seite 344 mitgeteilte aus einer Verschmelzung zweier ursprünglich unver- wandter Motive entstanden ist.

* Vergl. bes. Böckel Volksl. CXLI., wos. weitere Verweise. Dazu noch die portugiesische Romanze bei Wolf S. B d. W. A. XX Seite 116 fl. Das gleiche Motiv bietet eine katalonische Romanzela hija del Mallor- quin bei Wolf a. a. O. Nr. 8. Eines der interessantesten der zahl- reichen deutschen Lieder dieses Inhalts, das ausdrücklich die erotische Bedeutung dieser Verkleidung hervorhebt, während sonst meistens die Vorgeschichte des Bettlers bezw. Pilgers vergessen ist, findet sich Uhland Volksl. 100 B., Böhme Nr. 47, Venusgärtlein S. 156 57 d. Ausg. von Wald- berg. Allerdings ist die Verkleidung hier zur Ueberlistung des Ehegatten bestimmt(s. u.) Weitere Zusammenstellungen bietet Reinh. Köhler in Cederschiölds Ausg. der Clarussaga I. Allgemein bekannt ist das Ver-

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