Der König fragt weiter, wem das hohe Haus gehöre:
dar de vensters blinken van gouwe. Als er die gleiche Antwort erhält, ist er beruhigt, giebt seinen Segen und reitet zurück.
Peutlich erkennbar sind die Züge, die dem Lied vom jungen Markgrafen entstammen. Dass der Jüngling in unserem Lied seine Schwester bittet, ihm Frauenkleider zu über- lassen, kann kaum anders als durch direkte Beeinflussung erklärt werden.
Auch der Wunsch, bei der Tochter schlafen zu dürfen, war wohl, wie die Analogie der verwandten Lieder lehrt, in den Weisen vom jungen Markgrafen ausgesprochen und ge- rade die älteste der erhaltenen Versionen(Goethe's Nieder- schrift), hat eine Andeutung davon bewahrt(113— 4). Ebenso ist der versöhnliche Schluss des Lieds vom Weltweib, wenn auch nicht entlehnt, doch mit der Markgrafengruppe gemein- Sam. Diesen Ihnlichkeiten bzw. Angleichungen stehen aber 80 bedeutende und tiefgehende Unterschiede entgegen, dass an eine Urverwandtschaft nicht zu denken ist. Schon die Obscönität der Verkleidung, das Gespräch 9— 10 unterscheiden Sich nach Form und Inhalt schr erheblich von den parallelen Teilen der Markgrafenromanze. Vor allem aber ist es die gemeinschaftliche Flucht der Liebenden, der ausgeführte Prauenraub und die Verfolgung beider durch den Vater, die unserem Lied sein individuelles Gepräge verleihen.
Prot?z interessanter Einzelheiten, die unten besprochen werden sollen, würde dieser Ballade keine besondere Be- deutung beizumessen sein, wenn sie nicht in seltener Treue einen alten und sonst völlig vereinzelt dastehenden Sagenzug bewahrte. dessen Echtheit man fälschlich angefochten hat.
Tu den verworrensten und am schwierigsten in ihrer ur- sprünglichen Sagengestalt herzustellenden Partien der Ps. gehört die lron-Apolloniussage, in der nach zeer's treffender
zemerkung P. B. B. 14, 539„ein Rattenkönig von Motiven“
Ps ist dies wieder ein Beweis für den geringen kritischen Wert, den das Alter einer Uberlieferung an sich hat; vgl. a. Roscher, Selene am Schluss der Einleitung(S. XI).


