Teil eines Werkes 
1 (1893) 1. Hugdietrich : Jarl Apollonius
Entstehung
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sicht, dass die Wölfe das nächtliche Punkel ymbolisieren, aus dem der Lichtsohn strahlend hervorgeht. Wenn wir aber auf dem Boden germanischer Anschauung bleiben, so tritt uns der Wolf als Winddämon und Odin's Tier entgegen, siche Meyer a. a. O. 107 f; 232 u. öe, wir dürfen also der Vermutung Raum gönnen, dass in Wolfdietrich's Aufenthalt unter den Wölfen die Erinnerung an die Abstammung der llartunge von dem Sturmgott erhalten ist! und jetzt wird uns die Beziehnug klar, in der die Alcis zum eds stehen. Dass diese Ilaartracht nicht sie selbst geschmückt haben kann, geht schon daraus hervor, dass die erhaltenen Hartungensagen, aus denen sich doch der alte Mythus selbst in Einzelheiten reconstruieren lässt, hiervon völlig schweigen. Und es ist wohl nicht anzunehmen, dass gerade dieser bedeutsame Zug vergessen sein sollte, zumal wir geschen haben, dass er an anderem Orte in verhältnismässig später Zeit noch lebendig geblieben ist. Er gerade bildet in der Erscheinung Vasolt's das einzige Plement, das bei Odin nicht aufzufinden war. Protzdem glaubten wir darin eine allgemein in dem Wesen des Winddämons begründete Natursymbolik zu erkennen, 80 dass schon a priori an die Möglichkeit gedacht werden konnte, dass der oberste Gebieter der Stürme einmal mit weiblichem Haar ausgestattet war, das ihm(. 0.) unüberwindliche Stärke verlich. Später als die symbolische Beziehung dieser Tracht nicht mehr gefühlt wurde, haftete die verdunkelte Prinnerung an der äuseren Thatsache und aus den weiblichen Haaren entstand die vollständige Verwandlung in Frauengestalt, wie wir sie bei Othinus und dem an seine Stelle getretenen Hug- dietrich finden. Es mag befremdlich scheinen, dass in den beiden Darstellungen die ältere Anschauung in gleicher Weise von einer aus ihr abgeleiteten verdrängt wurde. Wir müssen annehmen: Während die ursprüngliche Bedeutung der Haartracht in Vergessenbeit geraten war? lebte doch noch

Pine dritte Möglichkeit den Zug zu erklären 8. 2. B. bei Scherer, Litt. 130, Symons a. a. O. 35.

2 Bedeutsam ist, dass es neben der Verkleidung die Zauberkünste sind, die Odin in den Besitz der Rinda bringen; dies geht aus den zwei erhaltenen Darstellungen deutlich hervor.