Dreimal steht Väsolt noch im Versende in der nicht reimenden Zeile 12, in den Stophen 162, 180, 199(in letz- terer im Acc.: Väsolden).
Aus dieser Zusammenstellung lässt sich nun allerdings erkennen, dass der Dichter oder vielinehr der Bearbeiter! von L. gerade bei diesem Worte mit einer gewissen Reimnot zu kämpfen hatte. Es ist aber trotzdem nicht undenkbar, dass in der Zeile
dem waren schoene vrouwen holt
eine freilich verdunkelte Erinnerung an die Winddämonen wesentlich eigene Lüsternheit vorliege,? was ja auch zu seiner Verfolgung des Waldfräuleins trefflich passen würde. Auch dass er in den drei Versionen DPietrich und die verfolgte Maid mit Erhängen bedroht, ist der Natur der Winddämone ge- mäss; in L heisst es 167 12— 13
ir müestend beide hangen
vor mir an einer wide
183, 10 ir müezent beidiu hangen d 222, 12 ir müst do paide hangen vor mir an einer wid. ir drot mir hohen an ein wid
259, 2— 3 ich wil dich hencken an ein wit hie zu der maget zware. Ausf. 142, 12— 13 du hiengest wol mit rechte an einer vil guten wid.
147, 3 er wolt uns han erhangen 162, 4 du woltest uns erhangen han.
Es lässt sich wohl nicht bezweifeln, dass wir hier eine Erinnerung an die alte mythische Bedeutung des Hängens als Windopfer haben, das ja auch im Odin's-Kulte einen her- vorragenden Rang einnahm und alter Natursymbolik ent- sprang.“ Aus letzterem Grund lässt sich sehr wohl begreifen,
Siehe Wilmauns a. a. O.
Vgl. darüber Meyer a. a. O.§ 326 8S. 248; interessante Belege aus der indischen Mythologie b. Meyer idg. Myth. II 472 f.
Vgl. u. A. Meyer a. a. O. 200 bes. 233; Liebrecht z. W e 0 Bugge bes. 313— 18. 339 ff. In Bezug auf die Ergebnisse von dessen Abhandlung über den Hängemythus stehe ich durchaus auf Seiten Kauf- manns P. B. B. XIII und glaube, dass der uralte Mythus von Odin's Hängen vinda meſdr d der sich aus einer naiven Anthropomorphisierung


