Zu beachten ist hierbei, dass er selbst zuweilen androgyn gedacht wurde und die Kunst ihn nicht selten zwitterartig dar- stellte.! Penn wir müssen vor allem davon ausgehen, dass Kult- thatsachen meist ein mythisches Freignis reproducieren, unter allen Umständen aber ihre Prläuterung in der Mythe finden. Wir können dabei billig ausser Acht lassen, was im einzelnen Falle das prius war und ob nicht etwa noch Analogie volks- otymologischer oder namendeutender Erscheinungen dem be— stehenden Kulte erst später die Mythe, die ihn stützen sollte, untergeschoben worden sei.
Diese gegenwärtig? stark ventilierte Frage ist hier ohne Bedeutung. Es handelt sich einzig darum, die vorhandene Wechselbezichung zwischen Kult und Mythe zu constatiren. IIiervon ausgehend können wir als feststehend betrachten, dass der iehnis orMatus, diese so ungewöhnliche Art priester- licher Tracht, eine mythische Erklärung gefunden hatte, und von vornherein können wir annehmen, dass im Sagenkreis, der sich um die Alcis gebildet hatte, der vhdeds eine Rolle
gewesen sei,
spielte. Um zu ergründen, welcher Art diese g müssen wir Umschau halten auf dem weiten Gebiete germa- nischer Sagen und Mythen. Einem günstigen Zufall verdanken wir die Erhaltung einer Erzählung, in der der Mann mit Frauenhaar auftritt und dieser Sagenzug ist ebenso allein- stchend wie die parallele kultliche Notiz.
Der also Ausgestattete ist Vasolt, wie er uns im Ecken- lied und in der Parstellung bei Caspar von der Roen ent- gegentritt, während die pidrekssagas und die Drucke von „Ecken-Ausfahrt“ nichts mehr von dem Mueds wissen, das freilich bei der Quelle dieser sicher nicht fehlte, wie wir unten schen werden.
1 Es ist bemerkenswert, dass bei Bildwerken dieser Art vorzüg- lich die Haartracht weiblicher Weise entspricht. Siehe Roscher, Lex. 1136 ff.
Besonders von Gruppe, griech. Kulte und Mythen, Bd. I. S. a. Die Bemerkungen E. H. Meyer's Afda XV, 209— 10.
Ueber das Verhältniss der Ps zum Eckenlied s. ausser Müllen- hoff u. Zupitza noch Edzardi Germ. 25, 58— 61.


