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wurde ein sehr großer Penis mit zwei Anhangsdrüsen und eigenem Ausstülpgang vorgefunden. Außerdem liegt neben der Öffnung des Vas deferens eine zweite, die der Vesicula seminalis, wohingegen die Mikrohedyliden nur eine Geschlechtsöffnung haben.
Auch in der Zahl der Radulaquerreihen sind Abweichungen festzustellen. Fünf Längsreihen haben wir überall. Jedoch besitzen Mikrohedyle spieulifera 38, M. tyrtowiiı und glandulifera 34—35, M. glandulifera lactew 38—44 und Acochlidium paradoxum 48—54 Quer- reihen.
Ein Grundunterschied besteht ebenso im Aufenthaltsraum der Tiere. Alle Mikrohedyliden wurden im Meer oder Brackwasser ge- funden. Acochlidium paradoxum lebt im Süßwasser, wie Prof. STRUBELL berichtet hat, ziemlich weit von der Mündung des Baches Batu gatja auf der Molukkeninsel Amboina.
In der nun folgenden Tabelle sind nochmals die Verschieden- heiten zwischen Acochlidium paradozum und den Mikrohedyliden kurz zusammengefaßt.
Organe| Acochlidium paradoxum| Mikrohedyliden Körpergröße 20 mm 1—4 mm
Nervensystem| Cerebral-, Pleural-, Pedal-, Vis-| Cerebral-, Pleural- oder Pallial-,
ceral-Ganglien\-, Buccal- u. Visceral- Ganglien Radula 48—56 Querreihen| 34—44 Querreihen Magen nicht vorhanden| vorhanden Niere mehrfach gewundener Schlauch| einfach Herz Perikard, Vor-, Hauptkammer, nur bei M. spiceulifera fest- | Blutgefäße gestellt Gonade getrenntgeschlechtlich, 3 Öft- getrenntgeschlechtlich oder
nungen: 1. für Penis. 2. Vesi-| protandrische Hermaphroditen. cula seminalis. 3. Vas deferens| 1 Offnung für Vas deferens, Penis fehlt
Diese wesentlichen Unterschiede rechtfertigen eine gewisse Trennung der hier untersuchten Schnecke von den Mikrohedyliden. Letztere wurden bisher als eigene Familie neben die Familie der Hedyliden zur Unterordnung der kladohepatischen Nudibranchier gestellt gemäß der Ähnlichkeit des äußeren und inneren Aufbaues.


