514 Pau Kürne,
Einleitung.
Im Jahre 1892 wies Prof. Av. STRUBELL(Sitzung der Nieder- rheinischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde zu Bonn am 13./6.) zwei Schnecken vor, die er bei einer Südseereise auf der Molukkeninsel Amboina im Bache Batu gatja, ziemlich weit von der Mündung entfernt, gefunden hatte. Die Verhandlungen des Natur- historischen Vereins der Preußischen Rheinlande, Westfalens und des Regierungsbezirks Osnabrück aus dem Jahre 1892 bringen im 49. Jg. p.62 darüber folgenden Bericht:„Dr. STRUBELL legt Skizzen und konservierte Exemplare von zwei Süßwasserschnecken vor, die derselbe während einer Reise im Malaischen Archipel auf der Mo- lukkeninsel Amboina sammelte. Beide Gastropoden sind neu. Sie zeichnen sich durch den Mangel einer Schale und den Besitz eines eigenartigen Anhanges aus, der sich auf der Mitte des Rückens er- hebt und, nach hinten ziehend, das Körperende überragt. Bei der einen Form, Acochlidium amboinense, ist dieser Anhang von blatt- artiger Gestalt und moosgrün gefärbt, bei der anderen, Acochlidium paradoxzum, hat er das Aussehen eines langen, rotbraun gefärbten Schlauches. Schnecken ohne Schalen wurden bisher im süßen Wasser nicht beobachtet. Vortragender bespricht die Möglichkeit einer Ein- wanderung dieser Gastropoden aus dem Meer und erinnert dabei an die in den letzten Jahren zahlreich gesammelten Funde von marinen Tieren im Süßwasser.“
Bereits vor dem Weltkriege hatte Prof. STRUBELL sein Material von Acochlidium nebst den genannten Skizzen Herrn Prof. Dr. W.J. Schmipr zur Bearbeitung übergeben. Dieser hatte auch schon zahlreiche Schnittserien und Einzelpräparate hergestellt, wurde aber zunächst durch den Ausbruch des Krieges und später durch andere Umstände an der Fertigstellung seiner Untersuchung verhindert. Er überwies dann die eine Form, Acochlidium amboinense, seinem Schüler Bückıns, der eine genaue Darstellung der Anatomie dieser von ihm Hedyle amboinensis genannten Form jüngst veröffentlicht hat). Um die Bearbeitung von Acochlidium paradoxum nicht noch weiter hinauszuschieben, übergab mir Herr Prof. Schumipr das diese Schnecke betreffende gesamte Material(gefärbte Schnittserien, Einzel- präparate, Alkoholmaterial und die Stkugerr’schen Zeichnungen nach dem Leben). Das Ergebnis meiner Untersuchungen soll im folgenden
1) Zool. Jahrb., Abt. f. Syst., Vol. 64, H. 6, p. 549.


