Organisation u. systematische Stellung des Acochlidium paradoxum SrrugeLr. 515
behandelt werden; zuvor möchte ich aber noch Herrn Brote) ScHaipr vielmals danken für die freundliche Überlassung des Materials und die guten Ratschläge während der Bearbeitung.
I. Allgemeine Übersicht der äußeren Erscheinung und Organisation von Acochlidium paradoxum.
Die allgemeine Erscheinung von Acochlidium paradoxum erhellt am besten aus den von SrrugeLu nach dem Leben ausgeführten, z. T: kolorierten Skizzen(Taf. 8, Fig. 1-3). Das Tier läßt sich äuber- lich in Kopf(X), Fuß(F) und Rückenanhang(Es) gliedern, wobei sich die Grenze zwischen den beiden ersten Abschnitten ver- wischt. Die Taf. 8, Fig. 3 zeigt vorn am Übergang vom Kopf zum Fuß auf der Medianen die Mundöffnung(M). Sie ist flankiert von den beiden Tentakeln oder Lippentastern(Zf), die wohl bei der Bewegung des Tieres auf der Unterlage ruhen. Da sie auf den drei nach dem Leben gezeichneten Abbildungen STRUBELL’S in verschiedener Stellung gezeichnet sind, werden sie wohl sehr beweg- lich gewesen sein und, vor dem Tiere hin und her gleitend, den Untergrund auf Nahrung u. dgl. untersucht haben. Dorsalwärts folgen zwei Rhinophoren(Hh). Sie sind auf den Zeichnungen STRUBELT’sS aufwärts und etwas gebogen eingetragen, waren wohl auch beweglich. Dicht hinter ihnen erscheinen, unter der Haut durchschimmernd. zwei schwarze Pünktchen, die Augen(Au). Diese sitzen, um es hier vorwegzunehmen, den Öerebralganglien auf. Daher ist auch in dieser Gegend der Schlundring zu suchen und hinter diesem der Pharynx nebst Speicheldrüsen. Der vordere Teil der Schnecke birgt beim männlichen Tier noch den Penis. Etwa in der Mitte des Fußes erhebt sich dorsal der Eingeweidesack oder Rückenanhang(Es) schräg nach oben, ein schlauchartiges Ge- bilde, das hinten spitz ausläuft. Es ist der Teil der Gastropoden, der gewöhnlich in einer Schale liegt. Im Innern des Rückenanhanges befinden sich Mitteldarmdrüse, Niere, Herz und Gonade. Der Ein- geweidesack, der auf allen drei Skizzen etwas eingebuchtet und ge- faltet erscheint, war nach STRUBELL’S Bericht sehr beweglich. So hängt er auch bei einer horizontal an einer Glaswand kriechenden Schnecke senkrecht nach unten, wie es Fig. 3 auf Taf. 8 zeigt.
Die Maße für konservierte Tiere sind folgende: Länge bei geradegerichtetem Eingeweidesac k 12 mm, Breite 25 mm und Höhe 3 mm. Smruseus hat als Länge von Acochlidium paradoxum bei den Skizzen nach dem Leben 2 cm angegeben.


