516 Paun Kürnz,
Der spitz endende Fuß wird vom Rückenanhang, der rotbraune Farbe hatte, ein beträchtliches Stück überragt. Sonst sagt STRUBELL nichts über die Körperfarbe aus. Heute ist das konservierte Material ziemlich ausgebleicht. Das lebende Tier dürfte jedoch, abgesehen vom Rückenanhang, schmutzig gelb gewesen sein, vielleicht mit weißen Pünktchen, da die Haut sehr viele Drüsen besitzt, ähnlich wie es Kowarevsky(1901, p. 20) für Hedyle milaschewitchii(jetzt Mikrohedyle m.) geschildert hat. Äußere Anhänge, wie Kiemen u. del., sind nicht vorhanden.
II. Anatomie von Acochlidium paradoxum. 1. Allgemeines.
Zur Erweiterung des oben(S. 514) erwähnten, mir zur Verfügung stehenden Materials wurden noch verschiedene Stücke unter dem Binokularmikroskop präpariert und Totalpräparate ganzer Organe hergestellt. Danach ergibt sich über die Lage der Organe folgendes:
An die ovale Mundöffnung(Textfig. 1 u.2_M) schließt sich ein verhältnismäßig langes, muskulöses Mundrohr(Mr) an, in das viele einzellige, gruppenweise zusammengefaßte Schleimdrüsen münden, die in ihrer Gesamtheit als Munddrüse(Mdr) bezeichnet werden können. Ein wenig vor dem Pharynx(Ph) liegt um das Mundrohr herum der Nervenschlundring(Schl); er besteht aus je einem Cerebral-(0), Pleural-(Pl) und Pedalganglienpaar(Ped). Auf allen Schnittserien sind neben oder über dem Schlundring im Bindegewebe Reste von kalkigen Spikula in großer Anzahl dicht nebeneinander mit dazwischen eingestreuten Muskelfasern zu finden(s. Textfig. 8 Ksp). Das erweckt den Anschein, als ob sie einen besonderen Schutz für den Kopfteil, besonders für das Nervensystem gebildet hätten. Die Muskelmasse des Schlundkopfes(Ph) liegt hauptsächlich ventral. Auf ihr ruht eine gut ausgebildete Radula(näheres siehe Abschnitt„Radula“). Der Nahrungsweg geht dorsal in den Öso- phagus(Oe) über. Kurz vorher münden die zwei Speichel- drüsen(Sp) in den Pharynx. Hinter diesem unter dem Vorderdarm ist das Visceralganglienpaar(V) zu finden. Die Speiseröhre geht unmittelbar in die Mitteldarmdrüse(Z) über. Letztere hat in ihrem Innern einen einheitlichen Hohlraum, in welchen die Drüsenzellen ihr Sekret abgeben. Auf der rechten Seite des Tieres, etwa dort, wo der Eingeweidesack(Es) sich vom Fuß(F) erhebt,


