Organisation u. systematische Stellung des Acochlidium paradoxum StrugerLL. 537
läuft. Der Eingeweidesack erhebt sich etwa in der Mitte des Fußes dorsal, hat keinerlei Anhänge und ragt über das Fußende zum Teil beträchtlich hinaus. Er ist überall ein ziemlich spitz endender Schlauch bis auf Mikrohedyle spieulifera, wo er sich diskusartig ver- breitert. Hier bleibt auch die Haut durch zahlreich eingelagerte Kalkspikula starr, während bei den übrigen Arten das Tier sich schnell um ein beträchtliches Stück zusammenziehen kann.
Der Darmtraktus zeigt in seinem vorderen Teil bei allen Formen Übereinstimmung. Ein enges, meist querovales Mundrohr zieht zum Pharynx. An der Stelle, wo der Vorderdarm abzweigt, mündet das Speicheldrüsenpaar. Während nun sämtliche Mikrohedyliden einen Magen besitzen, ist ein solcher bei Acochlidium paradowum nicht vor- handen. Seine Funktionen werden hier von der Mitteldarmdrüse mit übernommen. Der Enddarm zweigt von ihr ab und mündet rechts aus. Bei den Mikrohedyliden hängt der Magen durch eine Öffnung mit der Verdauungsdrüse und durch eine zweite mit dem Enddarm zusammen. Der Anus liegt ebenfalls auf der rechten Seite. Die.Leber“ bildet allgemein einen unverzweigten Schlauch, der im Eingeweidesack nach hinten zieht und teilweise wieder ein Stück nach vorne umbiegt, so bei Mikrohedyle milaschewitchii, tyrtowiüi und glandulifera.
Beim Nervensystem wäre zu erwähnen, daß Acochlidium para- doxum kein Buccalganglion besitzt. Sonst stimmt es im wesentlichen mit dem der Mikrohedyliden überein.
Auffallend sind auch die Unterschiede im Renoperikardialsystem. Eine Niere ist bei sämtlichen Mikrohedyliden nachgewiesen; doch konnte weder eine innere noch eine äußere Öffnung festgestellt werden. Hier hingegen haben wir bei Acochlidium paradozum einen kompliziert gewundenen Schlauch, der durch ein Nephrostom mit dem Perikard zusammenhängt und zusammen mit dem Enddarm ausmündet. Ein Herz konnte mit Sicherheit nur bei Mikrohedyle spieulifera aufgefunden werden. KowAuevsky schreibt dazu p. 22: „On distingue facilement le c@ur, sur les animaux vivants et sur les coupes, ce que je m’ai pas r&ussi& constater chez les autres Hedyles.“ Bei Acochlidium paradoxum sind Herz- und Vorkammer nebst Perikard und Blutgefäßen vorhanden.
Ferner haben wir bei den Geschlechtsorganen Verschiedenheiten. Die hier behandelte Schnecke ist getrennt geschlechtlich, während dies für Mikrohedyliden noch nicht feststeht. Sicher fehlen bei ihnen Penis und irgendwelche Anhangsdrüsen. Bei Acochlidium paradoxum
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