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Geschichtlicher Wegweiser durch das Gesangbuch und Choralbuch der evangelischen Kirche im Großherzogtum Hessen / bearbeitet im evangelischen Prediger-Seminar zu Friedberg
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Lieder des Geſangbuchs. 39

Was die Melodien betrifft, ſo nehmen dieſelben zunächſt den Charakter der Arie an; ſie ſollenherzſchwelgend, ſüß und einſchmeichelnd klingen. Das Zeitalter der Aufklärung ſtreift dem Kirchenliede vollends allen Rhythmus ab, ſo daß der Choral derlangſamſte(und oft langweiligſte) Geſang wird, der nur gedacht werden kann(Knecht). Die neuere Zeit hat mit dem neuen Glaubensleben friſchen Zug in den Kirchenge⸗ ſang gebracht und die alten kraftvollen Melodien uns wieder wert und teuer gemacht.

I. Die Dichter.

1. Kapitel. Die Dichter im Zeitalter des Bietismus

A. der kirchlich geprägten Richtung a. im Pietismus a. der lutheriſchen Kirche.

Spener, Philipp Jakob, geb. den 13. Januar 1635 zu Rappoltsweiler im Ober⸗Elſaß, 1666 Senior in Frankfurt a. M., 1686 Oberhofprediger in Dresden, geſt. den 5. Februar 1705 zu Berlin als Konſiſtorialrat und Propſt zu St. Nikolai.

343Soll ich denn mich täglich kränken. Gedichtet zu Dresden, als er beim Kurfürſten in Ungnade gefallen war.

Schütz, Johann Jakob, geb. den 7. September 1640 zu

Frankfurt a. M., war daſelbſt Advokat und Reichsrat, ein ver⸗ trauter Freund von Ph. J. Spener; ſtarb den 22. Mai 1690. 137Sei Lob und Ehr' dem höchſten Gut. 5. Moſ. 32%. Pſ. 10313. Kol. 16. 1. Kön. 18%. Pſ. 91146. Freyſtein, Johann Burchard, geb. 18. April 1671 zu Weißenfels, geſt. als Hof⸗ und Juſtizrat zu Dresden am 1. April 1718.(Bl. f. Hymnol. 1884. S 22.) 250Mache dich, mein Geiſt, bereit. Matth. 264. Eph. 513. 16. Joh. 94.