I. Vorreformatoriſchen Arſprungs ſfind A. folgende Lieder des Geſangbuchs:
128„Herr Gott, dich loben wir“, urſpr. lateiniſch:«Te
deum laudamus? von Ambroſius, geb. 340 n. Chr. zu Trier als Sohn eines römiſchen Präfekten, zuerſt Statthalter einer Provinz, ſeit 374 Biſchof von Mailand, in welcher Stellung er mit unermüdlichem Eifer und großem Erfolge für die Hebung des Kirchengeſangs gewirkt hat; f3. oder 4. April 397.(Jeſ. 63.)(Vgl. S. 3, Nr. 21. 34,
106„Komm, heiliger Geiſt, o Schöpfer du“, urſpr.
lateiniſch:„Veni creator spiritus?, von der Sage Karl dem Großen, auch deſſen gelehrtem Ratgeber Alcuin zuge⸗ ſchrieben, jedoch vor dieſen beiden vorhanden, dem Kirchen⸗ geſang eingefügt von Gregor dem Großen, geb. zu Rom 540, Biſchof von Rom, † 604, der das Werk des Ambroſius fortgeſetzt hat und, wie er der Organiſator der römiſchen Kirche zur Weltkirche geweſen iſt, ſo der Vater des römiſch⸗katholiſchen Kirchengeſanges zu heißen verdient, ſofern er die bis dahin vorhandenen Geſänge ſammelte, ſichtete, für den kirchlichen Gebrauch zurichtete und die Melodien in der ſog. Neumenſchrift firierte. 1 Pſ. 8412. Lieblingslied Karls des Großen.)
478„Mitten wir im Leben ſind“— volkstümliche Um⸗
dichtung der lateiniſchen Sequenz(Antiphona) Mecia vita des Mönches Notker Balbulus(Stammler) zu St. Gallen, der dieſelbe gedichtet hat, angeregt durch den Anblick zweier Arbeiter, die in ſchwindelnder Höhe auf einem Wesweiſer durch Geſang⸗ und Choralbuch. 1


