Lieder des Geſangbuchs. 27
in der Oberpfalz, wo er am 7. Mai 1684 ſtarb. Es ſind 3 Lieder von ihm bekannt, darunter:
6„Liebſter Jeſu, wir ſind hier“. „Ein Seufzer zu Gott vor der Predigt.“
Franck, Johannes, geb. zu Guben in der Niederlauſitz am 1. Juni 1618, wurde in ſeiner Vaterſtadt 1648 Rats⸗ herr, 1661 Bürgermeiſter, 1670 auch Landesälteſter der Markgrafſchaft Niederlauſitz und ſtarb am 18. Juni 1677. Seine Lieder gehören zu den beſten des 17. Jahrhunderts. Er gab ſie 110 an der Zahl heraus in ſeinem„Geiſtlichen Sion“.
54„Herr Jeſu, Licht der Heiden“. Luc. 225—5. 196„Schmücke dich, o liebe Seele“. Matth. 257.
307„Jeſu meine Freude“.(Peter der Große ließ dies Lied 1724 ins Ruſſiſche übertragen.)
391„Unſre müden Augenlider“.
423„Herr Gott, dich loben wir“. Ein deutſches Te Deum auf den weſtfäliſchen Frieden.
Keumark, Georg, geb. zu Langenſalza am 16. März 1621, kam 1630 auf das Gymnaſium zu Gotha und begab ſich 1640 nach zurückgelegtem Gymnaſium nach Leipzig, um von dort einen Oſtſeehafen zu erreichen, wurde aber unterwegs ſeiner Habe beraubt, und konnte erſt nach den verſchiedenſten Wechſelfällen 1643 die Univerſität Königsberg beziehen, an der er die Rechte ſtudierte; er blieb hier 5 Jahre, in denen er mancherlei Leiden, z. B. den gänzlichen Verluſt ſeiner Habe durch eine Feuersbrunſt, zu ertragen hatte, aber auch durch ſein pvetiſches und muſikaliſches Talent viele Gönner fand. Er lebte hierauf längere Zeit in Danzig und Thorn und kehrte 1650 nach Deutſchland zurück; nachdem er ſich einige Zeit in Hamburg aufgehalten, ging er 1651 nach Weimar, wo er am Hofe des kunſtliebenden Herzogs Wilhelm IV. eine freundliche Aufnahme fand und noch in dem⸗ ſelben Jahre als Kanzleiregiſtrator und Bibliothekſekretär an⸗ geſtellt wurde. 1653 trat er in die„fruchtbringende Geſellſchaft“ ein, auch erhielt er 1679 die Aufnahme in den Pegnitzorden. Er war zuletzt herzoglicher Archivſekretär, auch kaiſerl. Pfalzgraf und ſtarb am 18. Juli 1681.


