Druckschrift 
Erklärung des heiligen Meßopfers : ein Haus- und Gebetbuch / von dem ehrwürdigen Pater Martin von Cochem, aus dem Kapuziner-Orden
Entstehung
Seite
16
Einzelbild herunterladen

16 Erſtes Kapitel.

wie die Heiden; wie könnet ihr demnach konſecrirt und recht Meſſe geleſen haben? In dieſer Angſt, ſpricht Luther, wellte ich mich wehren, und ſprach, wie ich im Papſtthume gewohnt war:Wenn ich gleich nicht recht geglaubt habe, ſo hat doch die Kirche recht geglaubt, und dieſer Glaube iſt mir ſchon genug. Der Satan ſprach:Aber wo ſteht es denn geſchrieben, daß der Glaube der Kirche dir zu Nutzen komme? Kannſt du dieß aber nicht aus dem Worte Gottes beweiſen, ſo kann ich immerhin behaupten, daß die ganze Lehre der katholiſchen Kirche eine lautere Lüge ſei.. Dieß, und viel mehr, welches ich Kürze halber auslaſſe, ſagte der lügenhafte Teufel, und ich Luther, machte endlich dieſen Schluß, und ſagte:Alſo habe ich, durch das Wort Gottes überwunden, vor dem Teufel bekennen müſſen, daß ich durch das Meſſeleſen geſündigt habe, und gleich wie Judas verdammt ſei. Siehe, hier bezeugt der verblendete Menſch ſelber, daß er ſeine Lehre von dem Teufel her habe; da er doch wohl wußte, daß der Teufel alles Gute haſſe, und keinem Menſchen etwas Gutes lehre. Sollte Luther denn nicht gedacht haben: wenn die Meſſe eine Abgötterei wäre, ſo würde der Teufel dieſelbe nicht beſtreiten, viel weniger abſchaffen, ſondern vielmehr befördern und loben, auf daß durch das Meſſeleſen deſto mehr Abgötterei begangen, und dem höchſten Gott deſto größere Schmach zugefügt würde.

23. Aber nicht allein die Lutheraner, ſondern auch

die Kalviniſten und Zwinglianer, ſowie alle Sekten, die ſich nach Luther erhoben, läugneten das heiligſte Opfer der Meſſe, zerſtörten dadurch das Erhabenſte der Reli⸗ gion, und ſügten ſich ſomit einen unermeßlichen Schaden zu. Sie blieben aber dabei nicht ſtehen, ſondern

der füt vin

Li ve wi kei thr