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Erklärung des heiligen Meßopfers : ein Haus- und Gebetbuch / von dem ehrwürdigen Pater Martin von Cochem, aus dem Kapuziner-Orden
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Von der Weſenheit der heiligen Meſſe. 17

dern gingen ſo weit, daß ſie erklärten, dieſes hoch⸗ würdigſte Geheimniß des blutigen Opfers Chriſti ſei für eine verfluchte Abgötterei zu halten, wie die Kal⸗ viniſten in ihrem Heidelberger⸗Katechismus lehren.

24. Ich will nicht viele Zeit verlieren, dieſe Läſterung zu widerlegen, allein Eines kann ich nicht verſchweigen. Wenn dieſe ketzeriſche Glaubenslehre wahr wäre, ſo würde daraus folgen, daß ſeit der Zeit Chriſti kein einziger Menſch, auch ſogar kein Apoſtel, noch Mar⸗ tyrer ſelig geworden iſt. Denn die heiligen Apoſtel und alle Prieſter hoben die heilige Meſſe geleſen, und dem höchſten Gott aufgeopfert; alle heiligen Martyrer und Bekenner haben dieſelbe mit Andacht gehört, und für den höchſten Gottesdienſt gehalten. Wenn denn nun die heilige Meſſe eine Abgötterei und Verläugnung des ein⸗ zigen Opfers Chriſti geweſen wäre, ſo hätten die heili⸗ gen Apoſtel und alle Gläubigen lauter Abgötterei ge⸗ trieben, den höchſten Gott ſchwer beleidigt, und die ewige Verdammniß verſchuldet. Gleichwie nun kein vernünf⸗ tiger Menſch dieß ſagen wird, ſo wird auch keiner glau⸗ ben, daß die calviniſche Lehre wahr ſei. So will ich denn viel lieber dem heiligen Auguſtinus, als Calvin und Luther glauben, welcher Tom. 3. de fſide ad Pe- trum c. 19. ausdrücklich ſagt:Halte feſt dafür und zweifle keineswegs, daß der eingeborne Sohn Gottes für uns Menſch geworden, und ſich für uns dem all mächtigen Gott zum Opfer und Geruch der Lieblichkeit hingegeben habe, welchem jetzt die katholiſche Kirche das Opfer des Brodes und Weines im Glauben und der Liebe durch die ganze Welt aufzuopfern nie und nimmer mehr unterläßt. Urtheile nun ſelbſt, welchem man mehr glauben ſolle, und ſich vertrauen könne, dem hoch

Cochem, Meßerklärung. 2

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