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Erklärung des heiligen Meßopfers : ein Haus- und Gebetbuch / von dem ehrwürdigen Pater Martin von Cochem, aus dem Kapuziner-Orden
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Von der Weſenheit der heiligen Meſſe. 15

22. In dem Buche von der Winkelmeſſe und Pfaffen⸗ weihe Tom. VII. ſchreibt Luther alſo: Es begab ſich einmal, daß ich gähling vor Mitternacht erwachte, ſieh, da fing der Teufel an, mit mir zu disputiren, indem er ſprach:Höre zu, du gelehrter Doktor Luther; weißt du nicht, daß du fünfzehn Jahr lang ſchier täglich eine Privatmeſſe gehalten haſt? Wie, wenn ſolche Winkel⸗ meſſen eine gräuliche Abgötterei wären? Wie, wenn der Leib und das Blut Chriſti nicht da geweſen wären, und du hätteſt eitel Brod und Wein angebetet? Dieſem antwortete ich(ſpricht Luther) und ſagte:Ich bin ein geweihter Prieſter, vom Biſchof ordinirt und geſalbt, und habe dieß Alles aus Befehl und Gehorſam meiner Vorältern gethan; warum ſollte ich denn nicht konſecrirt haben, wenn ich die Worte Chriſti im Ernſte ausge⸗ ſprochen, und mit großem Eifer Meſſe geleſen habe? Der Teufel ſprach:Wohl! aber auch die Türken und Heiden thun in ihren Tempeln Alles aus Gehorfam, und verrichten ihre Kirchen⸗Ceremonien ernſtlich, und den⸗ noch ſind ſie gottlos. Wie, wenn dein ordentlicher Beruf und deine Weihe auch falſch wäre, wie der Türken und Heiden Weihe falſch iſt, könnteſt dann nicht auch du einen falſchen Gottesdienſt, wie ſie, gehabt haben? Du weißt ja gar wohl, daß du damals, als du noch unter dem Papſtthume warſt, keine Erkenntniß Chriſti, und keinen wahren Glauben hatteſt; denn du, und mit dir alle Prieſter und Biſchöfe hielten Chriſtum nur für einen grauſamen Richter, und flohen von ihm zu Maria und den Heiligen; dieſe waren alſo Mittler zwiſchen Chri⸗ ſtus und euch, und ſo habt ihr Chriſto die Ehre ge⸗ raubt, was weder du noch ein Papſt läugnen kann. Darum ſage ich, ihr ſeid geweiht, geſalbt und geſchoren,