Von der Weſenheit der heiligen Meſſe. 11
auf dem Altare.“ Von den Heiligen Jakobus und Markus haben wir noch Meßliturgien, d. h. die Cere⸗ monien und Gebete beim Opfer der heiligen Meſſe, welche im 1. Bande der Biblioth. PP. zu finden ſind, von denen die eine zu Jeruſalem, die andere zu Alexan⸗ dria in Aegypten gebraucht wurde. Vom heiligen Petrus wird der Kanon der Meſſe, d. h. der Theil vom Sanctus bis zur Kommunion, abgeleitet; nur wenige Zuſätze, die zum urſprünglichen Kanon als Ergänzung gemacht wurden, rühren von ſpätern heiligen Päpſten her. Da⸗ her folgt denn, daß die heilige Meſſe vom Anfang der Kirche in Uebung geweſen, und allezeit für das wahre Sakrificium des neuen Teſtamentes gehalten worden ſei.
Wie die heilige Meſſe von den Reßern angeſochten worden iſt.
15. Auch aus der oft wüthenden Bekämpfung des heiligſten Opfers, die der Widerſacher zu rerſchiedenen Zeiten und in vielen Ketzereien gegen dasſelbe erhob, läßt ſich deſſen hohe Bedeutung abnehmen. Daß in den erſten tauſend Jahren das Sacrificium des neuen Bundes in ſeiner Weſenheit nicht angegriffen wurde, läßt ſich daraus erklären, weil ſowohl Juden als Heiden von Natur aus gewohnt waren, die Opfer als den Rittelpunkt ihrer Religion zu betrachten. Es durfte in jenen Zeiten alſo auch die verworfenſte Ketzerei es nicht wagen, das Sacrificium in ſeiner Weſenheit an⸗ zutaſten, es hätte ſich ja Jedermann mit Entſetzen von ihr abgewendet. Der Widerſacher mußte zuvor Vieles erſchüttern, und lange darauf vorbereiten, bis er mit dieſer Frechheit hervortreten durfte.
16. Das erſte Werkzeug in ſeiner Hand war der


