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Erklärung des heiligen Meßopfers : ein Haus- und Gebetbuch / von dem ehrwürdigen Pater Martin von Cochem, aus dem Kapuziner-Orden
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Von der Weſenheit der heiligen Meſſe. 5

bis an's Ende der Welt bleiben, und ſeine heilſame Kraft in der Nachlaſſung unſerer täglich begangenen Sünden zeigen ſollte, und reichte ſich hierauf den Apoſteln, die er in jenem Augenblicke zu Prieſtern des neuen Bundes beſtellte, unter denſelben Sinnbildern zur Speiſe dar, und befahl ihnen, ſowie allen ihren Nach⸗ folgern im Prieſterthume, daß auch ſie opferten, mit den Worten:dieß thut zu meinen Andenken«, wie es die katholiſche Kirche von jeher verſtanden und ge⸗ lehret hat.

6. Dieß, und noch mehreres ſagt die heilige katho⸗ liſche Kirche, und befiehlt uns zu glauben, daß Chriſtus am letzten Abendmahle nicht allein Brod und Wein in ſeinen Leib und ſein Blut verwandelt, ſondern auch Gott dem Vater aufgeopfert, alſo das Opfer des neuen Teſtamentes eingeſetzt, und in eigner Perſon verrichtet habe. Dieß that er deßwegen, um zu zeigen, daß er als Prieſter nach der Ordnung des Melchiſedech ge⸗ ſetzt ſei. Von dieſem ſpricht die heilige Schrift Gen. 14.: Melchiſedech, der König zu Salem, brachte Brod und Wein dar; denn er war Prieſter des Allerhöchſten, und ſegnete den Abraham. Hier ſagt zwar der Text nicht ausdrücklich, daß Melchiſedech dem allerhöchſten Gott geopfert habe; gleichwohl hat es die heilige katholiſche Kirche von Anfang an ſo verſtanden, und die heiligen Väter haben es ſo erklärt; ja bereits David hat es ſo ausgelegt, indem er im Pſalm 109 ſpricht:Der Herr hat geſchworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du(mein Sohn) biſt Prieſter in Ewigkeit nach der Ordnung des Melchiſedech. Daß nun Melchiſedech und Chriſtus geopfert haben, iſt aus dem heiligen Pau⸗ lus abzunehmen, der an die Hebräer Kap. 8. ſchreibt: