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ſchmückte, wenn ihr Gemahl es begehrte, wenn ſie öffentlich als Landesfürſtin auftrat oder der Anſtand es forderte, haben wir be⸗ reits erwähnt. Von dem Beiſpiele der jungen Fürſtin hingeriſſen, ahmten mehrere Edel⸗ frauen ihre Beſcheidenheit nach, andere ent⸗ ſagten der Welt und legten das Gelübde ewiger Keuſchheit ab.
So unnachſichtig und ſtrenge die junge Gattin gegen ſich ſelbſt war, ſo mild und freundlich, ſo liebreich und barmherzig war ſie gegen Andere, beſonders gegen die Armen. Dieſe, welche Chriſtus„ſeine Brüder“ ge⸗ nannt, waren ihre Lieblinge. Schon als Kind hatte ſie einen Armen nicht ſehen kön⸗ nen, ohne das tiefſte Mitleid zu empfinden und Alles wegzugeben, was ſie hatte, um ſeine Noth zu lindern. Mit den Jahren nahm dieſe barmherzige Liebe nur zu, be⸗ ſonders jetzt, wo ihr Gemahl ihr alle Freiheit zu Werken der Mildthätigkeit ließ. Sie wartete nicht, bis die Armen zu ihr kamen, ſondern eilte ſelbſt, ohne Wetter und ſteile Pfade zu ſcheuen, zu den Hütten der Armuth, wo ſie durch ihre Gaben Hülfe, durch ihre liebreichen Worte Troſt und Ermunterung brachte. Zu Hauſe ſpann ſie mit ihren Hof⸗ damen Wolle und verfertigte daraus Kleider für die Armen Dieſen gab ſie auch all ihr Geld, und hatte ſie endlich Nichts mehr zu vergeben, ſo theilte ſie von ihren Kleidern aus, um helfen zu können.


